3176-Panorama.jpg

Projekt "Soziale Stadt" kann beginnen


Die hessische Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz überreichte am 5. September im Frankfurter Haus am Dom Bürgermeister Heinz-Peter Becker und Erstem Stadtrat Burkhard Ziegler den Aufnahmebescheid für das Programm „Soziale Stadt“.

„Mit diesem Bescheid in unseren Händen können wir damit beginnen, benachteiligte Wohnquartiere langfristig zu verbessern, schöner und wohnlicher zu gestalten und sozial zu stärken. Wir freuen uns auf die vielen Maßnahmen, die wir in den nächsten Jahren umsetzen können. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan“, sagen Bürgermeister Heinz-Peter Becker und Erster Stadtrat Burkhard Ziegler.

Nachhaltige  und soziale Stadtentwicklung

Das Programm “Soziale Stadt“ steht für eine nachhaltige und soziale Stadtwicklung und bezieht sich auch auf soziale Projekte. Im Fokus steht der Stadtteil Mörfelden. Der Nordwesten zwischen dem Mörfelder Bahnhof (im Osten) und der Bambergerstraße (im Westen) sowie zwischen der Bürgermeister-Klingler-Straße (im Süden) und dem nördlichen Mörfelder Ortsrand gilt potenziell als schwieriges Quartier. Über 75 Prozent der Sozialwohnungen befinden sich dort. Es gibt den höchsten Anteil von Bezieherinnen und Beziehern von Sozialleistungen. Zudem wohnen in diesem Stadtteil viele Kinder aus problematischen oder sozial schwachen Familienverhältnissen. Auch rund um den Tizianplatz kommt es zu Problemen und Ruhestörungen. Nun kann das Gebiet mit dem Bund-Landesprogramm Soziale Stadt aufgewertet werden.

1999 war das Städtebauförderprogramm vom Bundesverkehrsministerium ins Leben gerufen worden, um genau das umzusetzen. Gefördert werden städtebauliche Maßnahmen, die die soziale Infrastruktur verbessern. Die Aufnahmen von Kommunen in das Programm ist für die Dauer von 10 Jahren angelegt. Es kann aber auch verlängert werden. „Als Basis aller Maßnahmen muss zuerst ein sogenanntes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt werden. Hier wird erarbeitet, welche Förderschwerpunkte der Stadtteil braucht und welche Maßnahmen realisiert werden sollen. Projektmanager und Sozialarbeiter setzen dann das Projekt um und halten es am Laufen“, erklärt Heimo Boschert, Leiter des Sozial- und Wohnungsamtes.

Finanziert wird das Ganze zu je einem Drittel durch den Bund, das Land und die Stadt.

Konkrete Maßnahmen werden umgesetzt

Das Projekt Soziale Stadt bietet dann die Möglichkeit, konkrete Maßnahmen umzusetzen. So ergab eine Untersuchung der Stadt beispielsweise, dass die Ausleuchtung der Wege verbessert werden könnte. „Daneben können auch energetische Sanierungen von Gebäuden in das Entwicklungskonzept einfließen“. Zudem könnten an vielen Stellen das Wohnumfeld im sozialen Wohnungsbau und bei den Hochhäusern und Mehrfamilienhäusern, aber auch das Umfeld des Tizianplatz verbessert werden; letzteres gemeinsam mit dem Immobilieneigentümer, erläutert Carolin Ingenfeld, Projektbearbeiterin im Stadtplanungs- und -bauamt.

Nicht zu vergessen sind aber die sozialen Aspekte. „Wir könnten uns vorstellen, dass Nachbarschaftsfeste organisiert werden, ein Quartierpunkt installiert und ein Nordwest-Café etabliert wird, damit die Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich gemeinsam austauschen und sich für ihr Quartier stark machen: Die Kindertagesstätten, Schulen, die Kirche, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger sollen bei dem Projekt miteinbezogen werden“, betont Bürgermeister Heinz-Peter Becker

Innerhalb der Stadt arbeiten mehrere Abteilungen wie das Sozial- und Wohnungsamt, Stadtplanungs- und -bauamt Hand in Hand, dass das Programm umgesetzt wird und die sozialen und baulichen Aspekte ineinander greifen.

Bereits 2011 und 2012 gab es Voruntersuchungen durch die Stadt. Aufgrund des Schutzschirms wurde das Projekt dann zunächst auf Eis gelegt. „Wir sind froh, dass wir es jetzt auf den Weg bringen können“, so Erster Stadtrat Burkhard Ziegler.