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Blind für Hilfslinien und taub für Hinweise


Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat an vielen Kreuzungen weiße Rillen- und Noppen-Markierungen auf den Bürgersteigen anbringen lassen. Diese so genannten Taktilen Bodenleitsysteme helfen blinden Menschen, sich im öffentlichen Raum mit Hilfe eines Stockes selbstständig zu bewegen. Falsch geparkte Autos machen es den behinderten Menschen aber unnötig schwer.

„Die Markierungen und Hilfslinien sind nutzlos, sobald PKW diese zuparken. Blinde Menschen mit einem Stock stehen dann vor einem echten Hindernis – dem PKW – der den Weg versperrt. Blinde Menschen, die mit einem Blindenhund unterwegs sind, werden automatisch von diesem um das Hindernis geführt. Dies bedeutet häufig, dass der Hund die Blinden auf die Straße führt, was gefährlich werden kann“, weiß die Behindertenbeauftragte Liselotte Körner.  

Einige Bürger und Bürgerinnen kennen die Bedeutung und den Zweck der Markierungen für die Blinden nicht. Auch das absolute Halteverbotsschild wird oft einfach ignoriert.  Weißt man sie darauf hin, reagieren die Falschparker und Falschparkerinnen sehr unterschiedlich. Die wenigsten von ihnen sind jedoch verständnisvoll und fahren das Auto einfach weg.  „Der Standardsatz, den ich auf meine Hinweise höre, lautet „Ich muss nur mal kurz zur Bank, in den Laden, in die Pizzeria….“, sagt Liselotte Körner. Doch: 100 Mal kurz parken ergeben einige Stunden.

Wer die Verkehrszeichen und Markierungen ignoriert, erschwert somit vielen Menschen den Alltag. Betroffen sind hiervon aber nicht nur behinderte Menschen.

„Wenn die Kreuzung und damit der Straßenübergang zugeparkt ist, dann weichen nicht nur geh- oder sehbehinderte Menschen, sondern beispielsweise auch Kinder auf die Fahrbahn aus, die nicht für Fußgänger gemacht wurde“, so die Behindertenbeauftragte.

Auch das Zuparken von Behindertenparkplätzen ist kein Kavaliersdelikt. Insbesondere am Abend werden diese Parkplätze gerne unberechtigt genutzt. Dabei nehmen Menschen mit Beeinträchtigungen selbstverständlich auch am Abend am gesellschaftlichen Leben teil. Von daher appelliert Liselotte Körner an die Autofahrerinnen und –fahrer sich an die Regeln zu halten und beim nächsten Parken, nicht den Weg zu blockieren. Denn mit Rücksichtnahme läuft es für alle Beteiligten letztendlich besser.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Liselotte Körner //

0176 / 11938 140 // liselotte.koerner@moerfelden-walldorf.de