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Container für neue Obdachlosenunterkunft werden gestellt


Der Magistrat hatte in seiner Februar-Sitzung empfohlen auf dem städtischen Grundstück Siemensstraße/Raiffeisenstraße eine Wohnanlage in Systembauweise zu errichten. Der Empfehlung war die STVV mehrheitlich gefolgt. Ziel soll hier die Unterbringung von Obdachlosen sowie von anerkannten geflüchteten Familien und Personen. Zusätzliche Baumaßnahmen waren erforderlich geworden, da sich die Lage im Bereich der Unterbringung von obdachlosen Menschen in 2018 sowohl in der Gruppe der Geflüchteten Menschen als auch die Struktur der von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen gravierend geändert hatte. Der normale Wohnungsmarkt bietet nach wie vor kaum Möglichkeiten für diese Personengruppen, erinnert Bürgermeister Heinz-Peter Becker an die Ursachen.

Wir haben auf die veränderten Rahmenbedingungen mit einem Maßnahmenbündel reagiert.

Wir haben die Container im Nordring 45a, die von der Zeppelin Rental GmbH bislang an den Kreis vermietet waren, selbst angemietet, umbauen lassen und nehmen darin knapp 30 Personen auf. Die Unterbringungsmöglichkeit „Empore Waldenserhof“ wurde reaktiviert. Sie ist mit Obdachlosen und Geflüchteten belegt.

Darüber hinaus sollten auf einem städtischen Grundstück Wohnungen in Systembauweise errichtet werden. Als Standort für eine solche Wohnanlage wurden seitens des Stadtplanungs- und –bauamtes verschiedene Grundstücke geprüft. Im Ergebnis wurde das Grundstück Siemensstraße/ Raiffeisenstraße wegen der zeitnahen Umsetzbarkeit präferiert. Bei den weiteren vertiefenden Untersuchungen des Grundstückes wurde festgestellt, dass die Ver- und Entsorgung mit Wasser, Strom und Abwasser über die vorhandenen Kanäle und Leitungen in den angrenzenden Straßen mit kurzen Wegen möglich war.

Die vorhandene Vegetation auf dem Grundstück ließ es zu, dass sich die Container-Anlagen mit vertretbaren Eingriffen einfügten. Das Gelände wurde zwischenzeitlich nivelliert und für die Lastabtragung wurden gezielt Lastverteilungsplatten gesetzt. Nun ist das Grundstück abschließend vorbereitet und die Wohncontainer können ab heute (25. Juni) gesetzt werden.

Es wird eine zweigeschossige Wohnanlage mit 8 Nutzungseinheiten, bestehend aus 32 Containern, in denen jeweils 4 Container zu einer Wohnung (3 Zimmer, Küche, Bad) mit ca. 60 qm Wohnfläche zusammengefasst sind, entstehen. Diese Wohnungen können dann mit 3 Einzelpersonen oder alternativ mit Familien mit 3-5 Personen belegt werden. Die Wohneinheiten im Obergeschoss werden über eine einläufige Außentreppe erschlossen. Die Container haben eine graue Farbe mit weißen Fenstern, die somit optisch ansprechender wirken. Sie sind gem. der aktuellen Energiesparverordnung (ENEV) voll gedämmt und erhalten eine wassergeführte Heizung. Hierzu wird auf dem Gelände ein weiterer ca. 3x8m großer Container mit einem Pallet-Heizkessel gestellt, der von der BERMeG betrieben werden wird. Hierzu gibt ein es Contracting mit der Stadt Mörfelden-Walldorf, erläutert Claudia Bogs, Abteilungsleiterin im Stadtplanungs- und –bauamt den Umfang der Baumaßnahme.

Im Vergleich der Kostenaufstellungen Container mieten/kaufen konnten wir festzustellen, dass die Kaufvariante wirtschaftlicher ist. Daher wurden die Container angekauft. Nach Ablauf der Genehmigungszeit auf dem Grundstück Siemensstraße/Raiffeisenstraße können die Kauf-Container dann an anderer Stelle mit gleicher Nutzung wieder neu aufgebaut werden, teilt Becker mit.

Die Kosten für die Anlagen können über Mieteinnahmen refinanziert werden. Die Unterbringung von Obdachlosen ist eine städtische Pflichtleistung – Das Jobcenter des Kreises GG übernimmt aber in bestimmten Grenzen die Unterbringungskosten (KdU - Kosten der Unterkunft). Die Höhe der Kostenübernahme variiert dabei, je nachdem ob es sich um Einzelpersonen handelt oder um Mehrpersonen- und Familienhaushalte.


Nach der Lieferung und Montage Container in dieser Woche erfolgt der Innenausbau. Anschließend erfolgt das Pflastern von Außenbereichsflächen, die Herstellung von Fahrradabstellplätzen und das Anlegen von 6 PKW-Stellplätzen auf dem Gelände. Abgerundet wird das Vorhaben dann durch die Einhausung von Müllbehältern und Grünpflanzungen inkl. eines neuen Baumes, beschreibt Norman Krieg, zuständiger Mitarbeiter im Stadtplanungs- und -bauamt die noch ausstehenden Arbeiten

Bei einem reibungslosen weiteren Ablauf ist der Bezug der 8 Wohneinheiten dann ab Mitte August 2019 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf rd. 675.000 € und liegen damit im Budgetrahmen.

Auf dem Grundstück verbleibt genügend Platz um das Zelt für leere Mülltonnen, welche vom ehemaligen Bauhofgelände hierhin verlagert wurden, unterzubringen. Dort hatten sie Platz für die Kita XII (ebenfalls in Systembauweise) gemacht. Mit Fertigstellung der neuen Grünsammelstelle mit Wertstoffhof in der Nähe der Bertha-von-Suttner-Schule wird dort eine endgültige Lagermöglichkeit geschaffen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: 
Claudia Bogs // 06105 / 938 - 951// claudia.bogs@moerfelden-walldorf.de