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Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist...


Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist und sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg haben, setzen sich die Kitas der Stadt Mörfelden-Walldorf schon seit vielen Jahren mit dem Thema der sprachlichen Bildung auseinander.

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ stärkt das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Im Januar 2016 ist das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ gestartet. Mit der Anhebung der Mittel ab 2017 um jährlich 150 Millionen Euro – 600 Millionen Euro mehr zwischen 2017 bis 2020 – können insgesamt rund 7.000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden. Der Bund stellt damit für das Programm „Sprach-Kitas“ im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 Mittel im Umfang von bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung.

Sieben Kitas der Stadt Mörfelden-Walldorf nehmen mittlerweile an diesem Bundesprogramm teil. Doch was bedeutet das?

Die Sprach-Kitas erhalten zusätzliche Ressourcen, um eine alltagsintegrierte sprachliche Bildung verstärkt umzusetzen. Beispielsweise sind hier zusätzliche Fachkräfte mit 19,5 Wochenstunden im Team beschäftigt. Diese Fachkräfte nehmen unter anderem an Qualifizierungstreffen zu den Themenschwerpunkten des Bundesprogrammes teil. Sie arbeiten eng mit der Einrichtungsleitung zusammen beraten, begleiten und qualifizieren ihre KollegInnen. Inhaltlich geht es um die drei Themenschwerpunkte alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien.

Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung zielt auf die Förderung der Sprache im Alltag ab. Hier ist es besonders wichtig, dass sich Fachkräfte die Zeit nehmen den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen zuzuhören und sie durch gemeinsame Gespräche und eine angemessene Reaktion auf Gesprochenes ermuntern immer weiter zu sprechen. Auch die Mehrsprachigkeit und die Sprachenvielfalt, die die Kinder unterschiedlicher Herkunft mitbringen, wird dabei in unseren Kitas wertgeschätzt. Hier entstand beispielsweise in mehreren Kitas während des Bundesprogrammes ein verstärktes Arbeiten mit Hilfe von Gebärden. Diese Methode sprachliche Hürden zu meistern hat sich sowohl bei den Kindern, als auch bei den Eltern bewährt und wird fortlaufend von den Fachkräften weiterentwickelt.

Die Zusammenarbeit mit den Familien der Kita als Experten für ihr eigenes Kind findet im Bundesprogramm genauso Berücksichtigung wie die inklusive Pädagogik. Wir sind alle einzigartig und keiner wird ausgegrenzt, jedes Kind und jede Familie soll sich so angenommen fühlen wie sie sind. Ein weiteres Beispiel in der Arbeit ist der Vorlesetag, bei dem Eltern oder Ehrenamtliche in die Kita kommen um für die Kinder in verschiedenen Sprachen vorzulesen oder Geschichten zu erzählen.

Zusätzlich zum Bundesprogramm hat sich in Mörfelden-Walldorf eine Arbeitsgemeinschaft (AG Sprache) mit je einem Vertreter pro Kita gebildet. Diese AG Sprache trifft sich in regelmäßigen Abständen, um an den Schwerpunktthemen der „Sprach-Kitas“ zu arbeiten und Ideen auszutauschen. Das Tolle daran ist, dass dies nicht nur die zusätzlichen Fachkräfte der ersten und zweiten Förderwelle der im Bundesprogramm teilnehmenden Kitas betrifft, sondern jede Kita der Stadt die Möglichkeit hat an diesen Treffen teilzunehmen. Es profitieren alle von der Qualifizierung, die die zusätzlichen Fachkräfte durch das Bundesprogramm erlangen. Dadurch war es in den vergangenen Jahren möglich sich untereinander immer weiter zu vernetzen und für die Kitas der Stadt die Qualität ihrer Arbeit im Bereich Sprache stetig weiterzuentwickeln, sowohl konzeptionell als auch in der Praxis. Die AG Sprache sieht weiterhin einen hohen Bedarf der Einrichtungen am Thema dranzubleiben und konnte bereits tolle Fortschritte ihrer Zusammentreffen für alle Kitas der Stadt verzeichnen. Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten ist ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch, die Reflexion der pädagogischen Arbeit und Zeit für jedes einzelne Kind enorm wichtig.

Im Jahr 2020 endet nun das Bundesprogramm Sprach-Kitas und mit ihm die Bereitstellung aller zusätzlichen Ressourcen.

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