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Viel Abwechslung und nicht immer einfach


Was machen eigentlich die Ordnungspolizeibeamten – kurz OPB genannt? „Knöllchen schreiben“ - das fällt wohl den meisten Bürger*innen als erstes ein, wenn sie an die Ordnungspolizeibeamt*innen denken. Doch das ist nur ein Teil ihres Jobs. 

„Der Umfang der Tätigkeiten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Auch wenn natürlich die OPBs auch weiterhin für den ruhenden und fließenden Verkehr zuständig sind und, wenn nötig, die „Knöllchen“ wegen Ordnungswidrigkeiten ausweisen“, erklärt Bürger- und Ordnungsdezernent Steffen Seinsche. So überwachen und ahnden sie sämtliche örtliche Satzungen. Gerade während des Kontaktverbots zum Schutz gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie kann die Stadt auf den Einsatz der Ordnungskräfte nicht verzichten. Denn neben der Polizei sind es die städtischen Ordnungspolizeibeamt*innen, die kontrollieren, ob man sich im Ort an die Abstandregeln hält oder ob Geschäfte tatsächlich geschlossen wurden. Sie arbeiten an Sonn- und Feiertagen und halten die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht.

„Unsere OPBs passen auf, dass alles ordnungsgemäß und reibungslos verläuft. Und das mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, dem Fachwissen und mit viel Verantwortungsbewusstsein. Es ist definitiv ein spannender Beruf und kein nine to five Job“, beschreibt Tobias Lipps, Leiter der Ordnungspolizei. 

Und auch sonst ist die Liste der Tätigkeiten und des Verantwortungsbereiches lang. In Mörfelden-Walldorf sind sieben Ordnungspolizeibeamt*innen im Einsatz. Sie stellen fest, ob Müll illegal abgeladen wurde. Bei Bautätigkeiten stellen sie fest, ob diese tatsächlich angemeldet wurden oder ob etwas illegal von statten geht. „Sie können auch ein Bauprojekt still legen“, so Steffen Seinsche.

Auch die Überwachung nach dem Hessischen Meldegesetz steht auf der Tagesordnung. Wenn nötig, machen die OBPs örtliche Ermittlungen bei Privatpersonen, um festzustellen, ob eine Person an angegebener Anschrift gemeldet ist. Sie überprüfen auch vor Ort Meldedaten, um andere Behörden bei ihren Ermittlungen zu unterstützen.

In den Sommermonaten liegt vor allem an Wochenenden und heißen Tagen das Chaos rund um die Badestelle und dem Waldschwimmbad im Fokus der Arbeit. Es ist nicht immer einfach, die Massen vom wilden Parken abzuhalten, umso wichtiger ist es, dass dies von den OPBs kontrolliert wird“, sagt Steffen Seinsche. Mitunter muss ein Abschleppwagen gerufen werden, wenn der Parksünder*in nicht auffindbar ist. Im Sommer 2019 war das 51 Mal  rund um die Badestelle und das Waldschwimmbad notwendig. Insgesamt wurden 398 falschgeparkte PKW abgeschleppt. 

Die Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen der Gewerbeordnung, des Ladenöffnungsgesetzes, des Gaststättengesetzes, des Hessischen Straßengesetzes, der Hessischen Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und  Führen von Hunden, des Versammlungsgesetz, z.B. bei Demonstrationen, werden ebenfalls von den OBPs übernommen. Auch Raser werden erfasst und geahndet. Die Ordnungspolizist*innen sind berechtig, Fahrzeuge anzuhalten und dürfen somit in den fließenden Verkehr eingreifen.

Erfolgreiche Arbeit

Anfang März wurden einige Gaststätten mit Geldspielgeräten durchsucht. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeistation sowie dem Steueramt der Stadt Mörfelden-Walldorf. „Die Leitung oblag jedoch dem Ordnungsamt. Hier wurden unter anderem sechs Geldspielgeräte sichergestellt. Zusätzlich wurden einige kleine Bußgelder wegen des Verstoßes gegen Auflagen des Gaststättengesetzes verhängt. Diese Abendaktion war sehr erfolgreich“, freut sich Steffen Seinsche.

Einen weiteren erfolgreichen Einsatz konnten die OBP Ende März verbuchen. So wurden in einem kleinen Supermarkt in Mörfelden 4.500 Liter Getränkedosen ohne Dosenpfand sichergestellt. „Dies ist gesetzlich verboten und deshalb mussten die Dosen nach der Sicherstellung vernichtet werden“, erklärt Steffen Seinsche.

Würdigung der Leistung

Nicht immer, wenn die OPB ihren Beruf ausüben, werden sie freundlich empfangen. Zum eigenen Schutz sind sie daher mit Schlagstock, Pfefferspray und Schutzweste ausgerüstet. Vereinzelt kommt es zu verbalen oder handgreiflichen Auseinandersetzungen mit uneinsichtigen Mitbürger*innen. Aus diesem Grund absolvieren alle OPBs eine spezielle Ausbildung, um richtig vorbereitet zu sein und angemessen reagieren zu können.

„Die Ordnungspolizeibeamt*innen haben nicht immer einen einfachen, aber dafür einen sehr abwechslungsreichen Job zu erledigen. Mit dem klischeehaften Bild der „Politesse“ kann dieses Aufgabenspektrum auf keinen Fall verglichen werden“, bringt es der Bürger-und Ordnungsdezernent auf den Punkt. „Gerade während der Corona-Pandemie sehen wir alle, wie wichtig es ist sich an Regeln zu halten. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn das Ansehen der Ordnungspolizeibeamt*innen in der Öffentlichkeit ein wesentlich positiveres wird. Dies haben die Kolleg*innen verdient.“