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Nächtliche Ausgangssperre tritt in Kraft


In Mörfelden-Walldorf gilt ab Freitag, den 11. Dezember, eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. Mit einer entsprechenden Allgemeinverfügung reagiert der Kreis auf das erweiterte Eskalationsstufenkonzept der hessischen Landesregierung. Das Corona-Kabinett hat eine verbindliche Ausgangssperre für den Fall festgelegt, dass die Neuinfektion pro 100.000 Einwohner*innen eines Landkreises drei Tage in Folge über dem Wert von 200 liegt. Im Kreis Groß-Gerau lag der Wert am Mittwoch bei 203, gestern bei 207 und aktuell ist abzusehen, dass die kritische Marke auch am Freitag überschritten wird. Für den gesamten Landkreis ist daher eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 22. Dezember.

„Zwischen 21 und 5 Uhr darf man das Haus nur noch in Ausnahmesituationen verlassen“, betonen Bürgermeister Thomas Winkler, Erster Stadtrat Burkhard Ziegler und Bürger- und Ordnungsdezernent Steffen Seinsche. Die drei Dezernenten appellieren darüber hinaus an die Bürger*innen, soziale Kontakt weiter zu reduzieren und sich an Abstands- und Maskenregeln zu halten. Nur so kann es gelingen, Neuinfektion und schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren. „Die Ausgangssperre ist ein deutlicher Eingriff in die Freiheitsrechte, aktuell aber leider nötig“, so die Rathausspitze.

 Das Verlassen der eigenen Wohnung ist während der Ausgangssperre nur aus gewichtigen Gründen zugelassen. Diese sind:

  • Die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, einschließlich der Teilnahme Ehrenamtlicher an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst
  • Die Inanspruchnahme medizinischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen
  • Die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts oder zur Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen
  • Die Begleitung Sterbender
  • Die Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen
  • Die Versorgung von Tieren sowie zu Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung und –prävention.

Zusätzlich ist der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum und die Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr ganztags untersagt. Die Ausgangssperre kann auch vor dem Ablaufen der Allgemeinverfügung am 22. Dezember aufgehoben werden, wenn die Neuinfektion pro 100.000 Einwohner*innen innerhalb von fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 200 fällt.

In den letzten Wochen lag die Inzidenz im Landkreis regelmäßig über diesem Wert. Denn die Neuinfektionen sind weiter angestiegen und halten sich derzeit auf einem hohen Niveau. Anfang Oktober zählte das Kreisgesundheitsamt für Mörfelden-Walldorf rund 60 aktive Fälle, einen Monat später hatte sich diese Zahl verdoppelt. Aktuell werden in Mörfelden-Walldorf knapp 250 Menschen als Corona-Fälle geführt. Im Kreis Groß-Gerau sind es etwa 1.730.

„Die Maßnahmen sind richtig und notwendig“, sagt Bürgermeister Winkler. „Ich sehe aber auch, dass die aktuelle Situation nicht einfach und für viele eine große Belastung ist“, so Thomas Winkler weiter. Dennoch müssen Einschränkungen hingenommen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Fallzahlen weiter ansteigen.

„Betroffen waren zuletzt auch unsere Kitas“, führt Erster Stadtrat Burkhard Ziegler an. Zwar werden strenge Hygienekonzepte eingehalten, aber auch damit lässt sich eine Infektion nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. „Insgesamt sind wir aber gut aufgestellt und bessern unsere Konzepte nach, wenn sich Schwachstellen zeigen“, berichtete Burkhard Ziegler.

Im ganzen Stadtgebiet wird sich der Kontrollaufwand durch die Ausgangssperre noch einmal erhöhen, sagt Ordnungsdezernent Steffen Seinsche. „Mit Beginn der Ausgangssperre werden wir den Streifendienst insbesondere auf die Abend- und Nachstunden konzentrieren“. Auch das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wird von der Ordnungspolizei ab Freitag überwacht.