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Stille Nacht, leere Nacht


Für Mörfelden-Walldorf gilt bereits seit Freitag, 11. Dezember eine Ausgangssperre. Nur in Ausnahmesituation dürfen die Menschen zwischen 21:00 Uhr und 5:00 Uhr noch auf die Straße. Ebenso gilt ganztägig ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Ob sich die Mörfelden-Walldorfer wirklich an die Regeln hielten, davon wollte sich der Bürger-und Ordnungsdezernent selbst ein Bild machen und ging in der ersten Nacht gemeinsam mit Tobias Lipps, Leiter der Ordnungspolizeibeamten, 3 ½ Stunden auf Streife.

Menschen hielten sich weitgehend an die Ausgangssperre

„Die Kontrollen haben wir bis circa 0:30 Uhr durchgeführt. Es war im Großen und Ganzen sehr ruhig“, lobt Steffen Seinsche. Insgesamt wurden 10-20 Leute angetroffen, die nicht draußen hätten sein dürfen. Diese wurden in dieser Nacht ermahnt und direkt nach Hause geschickt. In der Regel waren es Personen, die sich entweder noch schnell etwas zum Essen besorgen wollten oder die aus Frankfurt kamen, wo es keine Ausgangssperre gibt. Einige waren sehr überrascht darüber, dass man nicht mehr auf der Straße unterwegs sein darf. Meist waren dies Jugendliche oder junge Erwachsene. „Es hat sich noch nicht bei allen herumgesprochen, dass man ab 21 Uhr in Mörfelden-Walldorf zuhause bleiben muss“, vermutet der Bürger und Ordnungsdezernent und zeigt Verständnis. „Diese Situation ist für alle neu und ungewöhnlich:“ Alle übrigen Personen, die  kontrolliert wurden, hatten Bescheinigungen ihrer Arbeitgeber dabei, so dass sie beruflich unterwegs waren, was erlaubt ist.

Geschäfte schlossen pünktlich

Die Geschäfte reagierten auf die Ausgangssperre und passten ihre Öffnungszeiten an. „Alle hatten bis spätestens um 21:00 Uhr geschlossen, so dass nur noch die Tankstellen und Fast-food-Läden offen waren, die nichts an die Kund*innen verkauften, sondern lediglich nur noch das Essen auslieferten“, so Tobias Lipps.

Missachtung kann teuer werden

In der zweiten Nacht gab es mehr Verstöße. So feierten am Bornbruchsee oder im Gewerbegebiet mehrere Personen heimlich mit Alkohol eine Party. Manche reagierten sogar aggressiv auf die Ordnungspolizei und die Polizei musste hinzugezogen werden. „Das ist sehr unschön und kann auch teuer werden“, weiß Steffen Seinsche. Wer ab sofort beim unerlaubten nächtlichen Ausgang erwischt wird, muss ein Bußgeld von 200 Euro zahlen. Kommt das öfters vor erhöht sich die Summe bei jeden weiteren Mal. Maximal kostet die Missachtung 25.000 Euro.  Steffen Seinsche ist aber davon überzeugt, dass diese hohe Summe in Mörfelden-Walldorf nicht fällig werden wird. „Fast alle halten sich an die Zeiten und sind einsichtig, wenn sie darauf hingewiesen werden. Ich denke, dass spätestens, wenn man das erste Mal 200 Euro zahlen muss, man danach pünktlich nach Hause gehen wird.“

Hoffnung mit Maßnahmen das Infektionsgeschehen einzudämmen

Die Ausgangssperre wird aufgehoben, wenn an fünf darauffolgenden Tagen die Inzidenzwerte im Kreis unter 200 liegen. Sie ist eine Maßnahme, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. „Wir haben die große Hoffnung, dass mit der Ausgangssperre das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann“, so Steffen Seinsche abschließend.

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