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Bürgermeister Winkler appelliert an Bevölkerung


„Bleiben sie zu Hause und verzichten sie auf Kontakte zu anderen Menschen“, appelliert Bürgermeister Thomas Winkler eindringlich an die Einwohner von Mörfelden-Walldorf. Die Lage ist ernst und darf nicht unterschätzt werden, weshalb die Stadt weitere Maßnahmen umgesetzt hat. So sind der Badesee und der Mörfelder Grillplatz nun ebenfalls geschlossen. Darüber hinaus kontrolliert das Ordnungsamt Spielplätze und Gaststätten. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, ist der Besuch von Spielplätze nun ebenfalls untersagt und Speiserestaurants dürfen unter Auflagen von 6 bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Bars, Eisdielen und Cafés ist dagegen der Betrieb komplett untersagt. Dies gilt auch für eine Reihe von Geschäften, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind.

 „Auf unserer Homepage ist alles zusammengefasst und übersichtlich präsentiert“, weist Thomas Winkler auf die städtische Internetpräsenz hin. Da mittlerweile viele Falschmeldungen und Gerüchte kursieren, gilt es den offiziellen Kanälen zu vertrauen. Auf der Homepage sind daher auch eine Reihe von Links zu Informationsangeboten der Landes- und Bundesregierung zu finden. Außerdem sind Regeln für Gewerbetreibende, den Einzelhandel und für Gaststätten hinterlegt. In Restaurants ist etwa die Besucherzahl auf ein Drittel der Plätze und maximal 20 Gäste beschränkt.

 „Die aktuelle Situation verlangt uns allen viel ab und bringt schmerzhafte Einschnitte mit sich. Aber nur so können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen“, betont Thomas Winkler. Ältere Menschen und Bürger*innen mit Vorerkrankungen müssen geschützt werden, das hat ganz klar Priorität. Wer sich jetzt nicht an Vorgaben und Abstandsregeln hält, geht ein hohes Risiko ein, für sich und andere Menschen.

 Neben den gesundheitlichen Auswirkungen ist auch die Wirtschaft massiv betroffen. Um die Geschäftswelt von Mörfelden-Walldorf zu unterstützen, kann man etwa Essen in Gaststätten bestellen und mit nach Hause nehmen. Die Gewerbegemeinschaft veröffentlicht auf ihrer Facebookseite Hinweise zu neu eingerichteten Lieferdiensten von Geschäften, Beratungen per Telefon und andere Aktionen. „Unterstützen sie die lokale Wirtschaft, soweit es ihnen möglich ist. Denn nach der Pandemie braucht Mörfelden-Walldorf wieder eine bunte Geschäftswelt“, heißt es vom Bürgermeister. Hamsterkäufe sind aber sicher nicht nötig und sogar kontraproduktiv. Denn so werden die ohnehin schon eingespannten Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel zusätzlich belastet und es fehlen Produkte für den normalen Wocheneinkauf.

 Die Verwaltungsarbeit geht unterdessen weiter, auch wenn die Rathäuser für den Publikumsverkehr geschlossen sind. „Es ist sichergestellt, dass der Betrieb aufrechterhalten bleibt“, so Thomas Winkler. Dafür haben die Ämter die Abläufe umgestellt und viele Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegt. Außerdem sind Not- und Schichtbetriebe eingerichtet. „Aktuell dreht sich zwar fast alles um die Corona-Pandemie, aber auch die ganz normale Sachbearbeitung kann weiter laufen“.

 Dramatische Nachrichten erreichten Thomas Winkler aus der italienischen Partnerstadt Torre Pellice. Italien ist aktuell das am stärksten betroffene Land und besonders im Norden sterben viele Menschen an dem Virus. „Mein Amtskollege Marco Cogno hat mich mit deutlichen Worten gewarnt, wir sollen die Situation nicht unterschätzen und uns vorbereiten“, so der Bürgermeister. Auch in kleinen Ortschaften gebe es eine Vielzahl an Todesfällen. „Wir sind alle gefordert, uns einzuschränken und jetzt zu handeln“, betont Thomas Winkler mit Blick auf Italien und andere stark betroffene Regionen.

 Um sich über das weitere Vorgehen Abzustimmen findet ein regelmäßiger Austausch mit Landrat Thomas Will und den anderen Bürgermeistern aus dem Kreis Groß-Gerau statt. Außerdem wurde in Mörfelden-Walldorf ein Verwaltungsstab eingerichtet. Weitergehende Maßnahmen – wie etwa eine Ausgangssperre – könnten im Katastrophenfall vom Landkreis veranlasst werden. „Um das zu verhindern, muss sich jetzt jeder an die Verhaltensregeln halten, so schwer es auch fallen mag“, heißt es vom Bürgermeister abschließend.