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Eindringliche Warnung aus Torre Pellice


Eine dramatische Nachricht erreichte Bürgermeister Thomas Winkler aus Torre Pellice. „Ich habe eine persönliche E-Mail von Bürgermeister Marco Cogno aus unserer norditalienischen Partnerstadt erhalten. Er schrieb, dass wir den Corona-Virus nicht unterschätzen dürfen und uns auf das Schlimmste vorbereiten sollen“.

Aufgrund seiner Erfahrung der letzten Wochen in Torre Pellice und der Umgebung rät Marco Cogno dringend dazu, den direkten Kontakt mit Mitmenschen zu meiden. Kein Händedruck und keine Ansammlung von mehreren Personen, hieß es in der E-Mail. Auch in Torre Pellice hat er sämtliche Veranstaltungen und Versammlungen untersagt und das öffentliche Leben - bis auf die Grundversorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten usw. - komplett eingestellt. Die Kommunikation verläuft über Internet und Telefon.

Bürgermeister Cogno kennt Kollegen, in Ortschaften mit 13.000 Einwohnern, in denen es bereits zu 50 Todesfällen kam. Eine italienische Kommune mit 2.500 Einwohnern hat acht Todesfälle zu verzeichnen. In Torre Pellice selbst ist seit Donnerstag, dem 19. März, der erste Corona-Fall bekannt und aus den Nachbarkommunen sind bereits mehrere Fälle mitgeteilt worden. „Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Torre Pellice und ganz Italien. Wir hoffen sehr, dass sich die Lage dort entspannt“, betont Thomas Winkler.

Die momentane Situation zeigt, dass der Corona-Virus trotz der Entfernung zu Mailand von rund 200 Kilometern schnell in unsere Partnerstadt gekommen ist. „Am Anfang haben die Einwohner von Torre Pellice die Auswirkungen des Corona-Virus unterschätzt und es teilweise sogar für einen Witz gehalten“, berichtete Marco Cogno. Mittlerweile können im wohlhabenden Norditalien nicht mehr alle erkrankten Menschen geheilt und behandelt werden. „Die Ärzte müssen entscheiden, welche Erkrankten die größeren Heilungschancen haben“, steht in der E-Mail zu lesen.

Diese Warnung muss ernst genommen werden, ist sich Thomas Winkler sicher. Auch wenn die Restriktionen in Deutschland und Mörfelden-Walldorf starke persönliche Einschränkungenbedeuten, müssen sie beibehalten werden. „Wenn wir jetzt nicht die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränken, wird uns die Pandemie noch stärker treffen“. Er ruft daher alle Menschen in Mörfelden-Walldorf dazu auf, sich an die neuen Regeln zu halten.