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Feuchttücher führen zur Verstopfung


Die Auswirkungen von der Corona-Pandemie machen sich auch auf der Kläranlage bemerkbar. Es klingt wie ein Scherz, aber immer mehr Toilettenpapier, aber leider auch Dinge, die nicht in die Toilette gehören, landen in der Kläranlage. Das liegt daran, dass viel mehr Menschen von zuhause aus arbeiten, die sonst außerhalb Mörfelden-Walldorfs einen Arbeitsplatz gehabt hätten und auch dort auf die Toilette gegangen wären.  „Bei uns kommen jetzt doppelt so viele Faserstoffe aufgrund der Benutzung von z.B. Feuchttüchern im Pumpwerk der Regenwasserbehandungsanlage im Stadtteil Walldorf an als noch vor ca. zwei Wochen“, sagt der Leiter der Kläranlagen, Georg Lautenschläger. Aber jetzt ist es wichtig, dass die Rohre nicht verstopfen und die Kläranlage reibungslos laufen kann.

Flutsch und futsch

Viele wissen nicht, dass sogar feuchtes Toilettenpapier nur in den Mülleimer geworfen werden sollte. Denn die feuchten Toilettenpapierlagen zersetzen sich nicht. Zusammen mit vielen anderen Dingen wie Hygieneartikeln sorgen sie fast täglich für verstopfte Pumpenanlagen. Diese müssen von den Mitarbeitern der Stadtwerke dann mit erheblichem Aufwand gesäubert und wieder in Betrieb genommen werden. Hierdurch entstehen jedes Jahr sehr hohe, eigentlich vermeidbare Kosten, die von jedem Einwohner über die Abwassergebühr getragen werden müssen. Wer solche Dinge in die Toilette wirft, schadet also sich selbst und allen anderen.

Hygieneartikel kann man sich abschminken

Auch Hygieneartikel wie Kosmetiktücher, Zahnseide, Wattestäbchen, Tampons, Binden, Hygienetücher, Kondome, Rasierklingen, Haare sind Abfall und gehören ebenfalls in den dafür vorgesehenen Mülleimer.

Ratten lieben Pommes

Zwar führt Essen in der Toilette nicht zu Verstopfungen im WC, aber dennoch sollten Speisereste in der Biotonne entsorgt werden. Der Grund ist einfach: Ratten ernähren sich von dem heruntergespülten Essen. Wohlgenährt können sie sich weiter vermehren und schnell zur Plage werden. Und wenn die gewohnte Fütterung durch das Toilettenrohr dann plötzlich ausfällt, kann es sein, dass so manch hungrige Kanalratte in der Toilettenschüssel wieder auftaucht.

Warme und flüssige Öle und Fette erkalten und erhärten im weiteren Verlauf des Abwassersystems. Damit setzen sie entweder den eigenen Hausanschluss oder die Hauptkanäle langsam zu und machen ebenfalls teure Reinigungsmaßnahmen am System erforderlich.  

Pillen & Co gehören nicht ins Klo

Tabletten, Pillen und flüssige Arzneimittel gehören in den Restmüll und nicht in die Toilette und sollten auch nicht im Waschbecken weggespült werden. Grund:  Ein Teil der Wirkstoffe gelangt dadurch in den Wasserkreislauf und kann die Umwelt schädigen. Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen oder umweltschädigende Mittel, die gekennzeichnet sind, müssen in der Apotheke abgegeben werden. Dort kann man sich über die richtige Entsorgung informieren. Bei der Stadt hilft Abfallberatung rund um das Thema Entsorgung weiter.