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Häusliche Gewalt nimmt während Corona-Pandemie zu


Mit zunehmender Einschränkung der Bewegungsfreiheit nimmt das Ausmaß an häuslicher Gewalt zu. Dies zeigt ein erster Bericht der Hessenschau zum Thema. Auch die städtische Frauen und Gleichstellungsbeauftragt Doris Schöneberger sieht diese Entwicklung in den nächsten Wochen auf viele Menschen zukommen. „Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen sind strikte Verordnungen nötig. Allerdings belasten diese Einschränkungen auch Menschen, die zu Opfern von Gewalt werden“.

Daher gilt, im Falle häuslicher Gewalt sollte unbedingt die Polizei gerufen werden, da es oft keinen Spielraum zum Abwarten gibt. „Niemand muss es ertragen, geschlagen oder erniedrigt zu werden“, betont Doris Schöneberger. Auch wenn die aktuelle Situation angespannt ist, hat niemand das Recht gewalttätig zu werden. Doris Schöneberger bittet daher alle Einwohner*innen, Augen und Ohren offen zu halten. „Wegschauen ist keine Lösung“. In schwierigen Zeiten kommt es besonders auf Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung an.

Verschärfend kommt in der aktuellen Situation hinzu, dass viele Beratungsstellen ihre Hilfsangebote fast vollständig auf E-Mail und den telefonischen Beratungskontakt verlagert haben. Je nach Problemlage erhalten nicht nur die Betroffene selbst Hilfe. Die Angebote richten sich auch an Freund*innen und Nachbar*innen, wenn sie bezüglich der Einschätzung einer Gefährdungssituation unsicher sind. „Scheuen Sie sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so die Frauenbeauftragte. „Wenn Sie selbst betroffen sind oder einen begründeten Verdacht haben, müssen sie sich professionelle Hilfe suchen. Solche Beratungen können in der Regel anonym ablaufen“.

Die weitere Ausbreitung des Corona-Virus sorgt aber nicht nur für mehr häusliche Gewalt. Viele Menschen sind stark verunsichert und mitunter auch isoliert. Die Fachstelle Altenhilfe und das Integrationsbüro bieten daher ab sofort Telefongespräche in Krisenzeiten an. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Menschen, die überwiegend alleine Zuhause sind und niemanden haben mit dem sie sich austauschen können. Da es im Moment schwierig ist feste Bürozeiten zu garantieren, ist bei Abwesenheit ein Anrufbeantworter geschaltet und es erfolgt garantiert ein Rückruf. Zu erreichen sind Fachstelle und Integrationsbüro unter den Nummern 938933 und 938430 sowie über die Mailadressen altenhilfe@moerfelden-walldorf.de und integrationsbuero@moerfelden-walldorf.de.

Im Falle von häuslicher Gewalt existieren mehrere überregionale Angebote:

  • Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen e.V.“ in Groß-Gerau

Tel.: 06152/80000     Mail: info@frauenberatung-gg.de

  • Frauenhaus Groß-Gerau

24 Stunden unter der Tel.: 06152/39977 erreichbar.

  •  Hilfe Telefon Gewalt gegen Frauen   

Tel.: 08000 116 016

365 Tage im Jahr, 24 Std. täglich, kostenfrei erreichbar.

Die Beratung erfolgt vertraulich - auf Wunsch auch anonym, mit Hilfe von Dolmetscherinnen in mehreren Sprachen. Bei Bedarf gibt es eine Vermittlung an Unterstützungseinrichtungen in der Nähe.

  •  Kinder- und Jugendhilfetelefon – „NummergegenKummer“ 

Tel.: 116111 –kostenfrei

  •  Elterntelefon - anonym und kostenlos          

Tel.: 0800 1110550

Onlineberatung für Eltern. Das Beratungsangebot umfasst kleine Sorgen bis hin zu schwierigen Situationen. Das betrifft auch „Überforderungssituationen von Eltern“, die ja auch in Gewalt münden können.

  • Hilfetelefon „Schwangere in Not“, vertraulich und kostenfrei

Tel.: 0800 40 40 020

  • fem Mädchen*haus Frankfurt 

Mädchen*beratung für alle im Alter von 12 – 25 Jahren. Tel.: 069/531079

Beratung bei: körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt, bei Konflikten in der Schule, im Elternhaus, mit Freund*innen. Anonym, vertraulich, kostenlos.

  • Mädchenzuflucht

Krisenintervention und vorübergehende Wohnmöglichkeit für Mädchen im Alter von 12 – 17 Jahren.

Anonym und vertraulich. Tel.: 069/519171

  • FemJa

Anonyme Schutzwohnungen für junge volljährige Frauen* zwischen 18 und 21 Jahren.

Tel.: 069/37006721

Anonyme Unterbringung nach §41 SGB VIII

Beratung bei bestehender oder drohender körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt, Zwangsverlobung, -heirat oder –rückführung.

  • moBBI

Mobile Beratung und Begleitung zur Intervention bei Gewalt für junge volljährige Frauen* zwischen 18 und 21 Jahren.

Tel.: 0176 85633865

Beratung bei bestehender oder drohender körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt, Zwangsverlobung, -heirat oder –rückführung.

  • Diakonisches Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim, Beratungszentrum Groß-Gerau

Tel.: 06152/172680

Beratung von Männern zur Überwindung von Gewalt

  • Beratungsstelle gewaltfreileben

Sie unterstützt und begleitet Frauen, Lesben, Trans und queere Personen, ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu führen. Es warden telefonische, digitale (E-Mail und Live-Chat) sowie persönliche Beratungen angeboten. Alle weiteren Informationen finden Sie hier: https://www.gewaltfreileben.org