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Coronafallzahlen in Mörfelden-Walldorf gestiegen


„Die Corona-Fallzahlen sind in Mörfelden-Walldorf gestiegen, es gibt aber keinen Grund zur Besorgnis“, reagiert Bürgermeister Thomas Winkler auf die jüngsten Zahlen des Kreisgesundheitsamts. Ende April lag die Zahl der Infizierten  noch bei unter 60 und stieg seitdem auf 95 (Stand 13. Mai). In Mörfelden-Walldorf sind aktuell 56 der Infizierten genesen und zwei verstorben. Die Verstorbenen waren 88 und 96 Jahre alt. „Die vermehrt aufgetretenen Infektionen sind lokalisiert und räumlich eng eingegrenzt“, erklärt der Bürgermeister.

Zu den Todesfällen ist es im Altenhilfezentrum Mörfelden gekommen, wo eine größere Zahl von Infektionen festgestellt wurde. Von den Bewohnern und Mitarbeitern sind 19 positiv auf Corona getestet. Darunter neun Senioren und zehn Angestellte, von denen bereits vier wieder gesund sein. „Wir haben die Fälle zum Anlass genommen und unser ohnehin schon bestehendes Schutzkonzept weiter verbessert“, betont Leiterin Sonja Ohm. Dafür steht man in ständigem Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt und stimmen sich besonders eng ab.

So sind die drei Wohnbereiche voneinander isoliert worden, um eine Verbreitung in der Einrichtung zu verhindern. Insgesamt leben im Altenhilfezentrum rund 90 Menschen. Kontakte untereinander sind auf ein absolutes Minimum reduziert, der reguläre Besuch von Angehörigen ist ausgesetzt. „Bislang gibt es keine Auffälligkeiten und die Erkrankten zeigen keine Symptome“, sagt Sonja Ohm. Auch die verstorbenen Bewohner waren symptomfrei und sind friedlich eingeschlafen. „Natürlich werden die Senioren nun noch genauer medizinisch untersucht und beobachtet. Mitarbeiter werden wöchentlich getestet und bei einem positiven Ergebnis umgehend aus dem Betrieb genommen. Aktuell steht ein Wohnbereich unter Quarantäne und den betroffenen Bewohnern ist der Kontakt untereinander verboten.  

„Die Angehörigen sind natürlich informiert, darüber hinaus wollten wir bislang nicht an die Öffentlichkeit gehen“, so die Leiterin des Altenhilfezentrums. „Der Druck ist schon jetzt immens und alle Mitarbeiter haben Angst, dass sie das Virus unbemerkt einschleppen. Es ist aber klar, dass wir dennoch weiter für unsere Bewohner da sein müssen, auch wenn wir uns selbst einem Risiko aussetzen.“

Das öffentliche Interesse an den steigenden Coronazahlen in Mörfelden-Walldorf ist verständlich, ergänzt Thomas Winkler. Wichtig ist aber nicht zuletzt der Schutz der Privatsphäre von direkt Betroffenen, deren Angehörigen und dem näheren Umfeld. „Aus diesem Grund ist die Stadtverwaltung zurückhaltend mit Angaben, ob und wo genau es im Stadtgebiet zu vermehrten Infektionen kommt.“

Neben dem Altenhilfezentrum handelt es sich in Mörfelden-Walldorf um ein weiteres isoliertes Ausbruchsgeschehen, das vom Kreisgesundheitsamt genau überwacht wird. So hat sich eine große Zahl der Neuinfektionen in einem Wohnhaus ereignet. Das Gebäude ist von einem Unternehmen angemietet, das dort Beschäftigte unterbringt, die im Rhein-Main Gebiet arbeiten. Die Infizierten standen im persönlichen Kontakt zueinander und es wurde eine Quarantäne angeordnet. „Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen und deren Angehörigen. Ich hoffe auf eine schnelle Genesung“, so der Bürgermeister.

Für die Bevölkerung sind aufgrund der gestiegenen Fallzahlen keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen nötig. „Wer direkt betroffen ist, wird von Kreisseite informiert und es wird eine häusliche Quarantäne angeordnet. Eine Ärztin des Gesundheitsamtes steht in engem telefonischen Kontakt mit den Erkrankten“, sagt Dr. Angela Carstens, die Leiterin des Kreisgesundheitsamts. Die Inzidenz liegt aktuell kreisweit bei einem Wert von 13 – weit unter der „Obergrenze“ von 50 Neuinfektionen im aktuellen Sieben-Tage-Zeitraum je 100.000 Einwohner. Sollte dieser Inzidenz-Wert überschritten werden, so das Kreisgesundheitsamt, müssten wieder drastischere Maßnahmen ergriffen werden, um das Virus zurückzudrängen. 

Sollte es nötig werden, die Bevölkerung zum besseren Schutz über eine starke lokale Virusausbreitung zu informieren, wird dies umgehend geschehen. Aktuell ist nicht davon auszugehen, dass eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. „Ich bitte um Verständnis, dass keine genaueren Angaben gemacht werden können“, betont Winkler. Neben dem Schutz der direkt Betroffenen möchte die Stadtverwaltung auch keine Panik verbreiten, sollte es etwa in einzelnen Bereichen zu größeren Infektionszahlen kommt.

Weiterhin gilt es, Abstands- und Hygienerichtlinien genau einzuhalten und so die eigene Ansteckungsgefahr zu reduzieren. „Leider muss man damit rechnen, dass es in den nächsten Monaten immer wieder zu räumlich begrenzten Ausbrüchen kommt“, so der Bürgermeister. Denn auch wenn mittlerweile aufgrund der weitreichenden Lockerungen eine trügerische Normalität eingekehrt ist, verbreitet sich das Virus weiter und macht keinen Bogen um Mörfelden-Walldorf.