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Weniger Feuchttücher landen im WC


Feuchttücher und Co. gehören nicht ins Klo. Mit diesem Aufruf ging der Erste Stadtrat Burkhard Ziegler Ende März an die Öffentlichkeit und informierte über die Auswirkungen von Faserstoffen in den Pumpwerken. Denn auch in Mörfelden-Walldorf landeten vermehrt Faserstoffe in der Toilette, da seit dem Lockdown viele Bürger*innen von zu Hause aus arbeiten.

„In Mörfelden-Walldorf kamen rund 50 Prozent mehr Faserstoffe auf dem Weg zur Kläranlage in den Pumpwerken an, als das normalerweise der Fall ist“, erklärt der Erste Stadtrat. Die Faserstoffe lösen sich im Gegensatz zu normalen Toilettenpapier nicht auf und verknoten sich mit anderen Feststoffen zu Zöpfen. Dies führt dazu, dass die Laufräder der Pumpe verstopfen und öfters gereinigt werden müssen. Die Saug- und Reinigungsarbeiten wurden vor der Pandemie im vier Wochen Rhythmus durchgeführt. Durch die erhöhten Faserstoffe dann im zwei Wochen Rhythmus.

„Viele Bürger*innen wussten vorher nicht, dass nur normales Toilettenpapier heruntergespült werden sollte und zu welchen Problemen es führen kann, wenn man Alternativen benutzt“, so Burkhard Ziegler. Aus diesem Grund wendete sich die Stadt an die Bürger*innen.

Mit Erfolg. Das Problem hat sich gelöst: Die Pumpen müssen nicht mehr so oft gereinigt werden. Man konnte wieder zum vier Wochen Rhythmus zurückkehren. „Nach dem Aufruf reduzierte sich der Anfall der Faserstoffe um 75 Prozent. Das heißt: Wir haben eine Reduzierung von 25 Prozent des ursprünglichen Anfalles der Faserstoffe vor der Pandemie“, weiß der Leiter der Kläranlage Georg Lautenschläger.

„Wir freuen uns sehr, dass die Bürger*innen die Hinweise ernst genommen haben und dass eine kleine Änderung im Verhalten so sichtbare Auswirkungen haben kann“, bedankt sich der Erste Stadtrat bei den Mörfelden-Walldorfern. Und er erinnert auch noch einmal daran, dass auch Essensreste und Medikamente nicht in die Toilette geschüttet werden sollen. Für Nahrungsmittel steht die Biotonne und für Medikamente die Restmülltonne zur Verfügung. „Wir hoffen, dass auch dieser Hinweis von vielen umgesetzt wird“, sagt Burkhard Ziegler.