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Abfall sichtbar machen


Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung haben Umweltamt sowie Kinder- und Jugendforum eine Aktion ins Leben gerufen und achtlos weggeworfenen Müll sichtbar gemacht. Die Aktion passt zum Motto der Woche der Abfallvermeidung, die diesmal unter der Überschrift „Invisible Waste: Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“ steht. „Und wie die vielen Fahnen am Fahrradweg zwischen Mörfelden und Walldorf zeigten, ist der Abfall deutlich sichtbar gemacht worden“, sagt Bürgermeister Thomas Winkler mit Blick auf 1000 platzierte Fähnchen. Sie kamen überall dort in den Boden, wo Müll entdeckt wurde. Bereits im Vorfeld der Aktion hat das Kinder- und Jugendforum einen Brief an die Schule geschickt und über die Woche der Abfallvermeidung informiert.

Unzählige Zigarettenstummel, Dosen, Flaschen und Verpackungen wurden schließlich eingesammelt und an jedem Fundort kam eine Fahne in den Boden. „Die Aktion soll die Schüler*innen aber nicht an den Pranger stellen, denn der Bereich rund um die Schule ist längst kein Einzelfall“, betont der Bürgermeister. Überall wo viele Menschen unterwegs sind, liegt leider auch achtlos weggeworfener Müll auf dem Boden.

Sechs Mitarbeiter des Bauhofs sind täglich im Einsatz und sammeln im gesamten Stadtgebiet Abfall ein. Besonders schlimm ist es rund um die Bahnhöfe, auf Spielplätzen und im Außenbereich. Während der Corona-Pandemie ist der Müll deutlich mehr geworden, insbesondere auf Spielplätzen, am Stadtrand und im Außenbereich. Während alles geschlossen ist, treffen sich kleine Gruppen an der frischen Luft und hinterlassen leere Flaschen und Plastikverpackungen. Der Bauhof ist personell am Limit und kommt kaum hinterher.

Das Ganze ist umso ärgerlicher, weil ein Bonbonpapier nicht auf dem Boden laden muss und natürlich auch in die Hosentasche gesteckt werden kann und Daheim entsorgt werden. Anderen Abfall müsste man einfach bis zum nächsten Mülleimer tragen. Aber vieles fliegt eben einfach auf Straßen, Wege und in die Natur. Besonders schädlich ist es, wenn Zigarette auf der Erde landen. Denn Zigaretten sind mit Chemikalien angereichert und sehr robust: Es dauert etwa 10 bis 15 Jahre bis ein Filter auf natürlichem Wege verrottet. Außerdem beeinflusst der mit Toxinen angereicherte Zigarettenstummel auch das Wachstum von Pflanzen und kann zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwassers verunreinigen. Durch Plastikmüll geraten winzige Mikroplastikpartikel in die Erde und über die Pflanzen – wie Kartoffeln, Getreide und Früchte - nehmen wir das Mikroplastik auf und es gelangt in unseren Körper.

„Deshalb wollen wir mit der heutigen Aktion Bürger*innen sensibilisieren und zum Nachdenken anregen“, so der Bürgermeister. Die vielen Fahnen zeigen sehr gut, wie groß das Problem ist. „Im nächsten Jahr möchten wir die Aktion fortsetzen und rufen alle Bürger*innen dazu auf, einen Vorschlag zu machen, wo dann Fähnchen gesteckt werden sollen“. Anregungen dazu können per E-Mail an umweltamt@moerfelden-walldorf.de gesendet werden.