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„Wir brechen das Schweigen“ – Stadt beteiligt sich an Aktionstag gegen Gewalt an Frauen


Die Stadt Mörfelden-Walldorf beteiligt sich mit zwei Infoständen an der Aktion „Wir brechen das Schweigen“ und macht so auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam. „Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexuellen Gewalt betroffen“, sagt Bürgermeister Thomas Winkler und verweist auf das Ergebnis einer Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2014. Doch nur circa 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, wenden sich tatsächlich an eine Beratungsstelle.

Damit sich daran etwas ändert, wurde die Aktion „Wir brechen das Schweigen“ vom Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ins Leben gerufen. In Mörfelden-Walldorf wird die Aktion durch das städtische Frauen- und Gleichstellungsbüro sowie das Integrationsbüro unterstützt. Außerdem beteiligt sich eine Kollegin des Sozial- und Wohnungsamtes vom Bereich Sozialberatung mit dem Schwerpunkt „Frauen stärken“ an der Aktion. „Viele Frauen schaffen es ohne Hilfe nicht, eine Beziehung zu beenden, in der sie Gewalt ausgesetzt sind. Daher sind Beratungsangebote so wichtig“, erklärt Doris Schöneberger vom Frauen- und Gleichstellungsbüro.

Um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, wird es am Donnerstag, dem 26. November von 14 bis 16 Uhr ein Infostand vor dem Walldorfer Rathaus geben. Am Samstag, dem 28. November, kann der Infostand vor dem Mörfelder Rathaus von 09 bis 11 Uhr besucht werden. In diesem Jahr verteilt die Stadt dabei neben umfangreichen Informationsmaterialien auch kleine, helle LED-Taschenlampen an interessierte Frauen. „Gerade im Winterhalbjahr haben viele Frauen Angst, sich nach Einbruch der Dunkelheit im Stadtgebiet zu bewegen, wenn es auf ihrem Weg viele dunkle Ecken und Büsche gibt“, berichtete Doris Schöneberger. Die Lampen sollen dabei helfen, diese Angsträume zu minimieren. Außerdem werden in der Zeit vom 23. bis zum 29. November vor beiden Rathäusern Fahnen von „Terre des Femmes“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen gehisst sein.

Das im März 2013 eingerichtete bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erleichtert all denen die Kontaktaufnahme, die den Weg zu einer Einrichtung vor Ort zunächst scheuen oder sie aus unterschiedlichen Gründen nicht aufsuchen können. Unter der Nummer 08000 116 016 und über die Internetseite www.hilfetelefon.de können sich alle Betroffenen beraten lassen. Diese Angebote richten sich auch an Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.