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Magistrat besucht Rosengarten


Aus einer einfachen Wiese zwischen Rubens- und Feststraße ist über die letzten Monate ein aufwendig angelegter Rosengarten geworden. Das Bürgerprojekt wurde mit tatkräftiger Unterstützung des Stadtplanungs- und –bauamts umgesetzt und ist längst nicht nur schön anzusehen. Dank der unterschiedlichen Rosenarten, einem Schattengarten mit zahlreichen Rhododendren sowie neu angepflanzten Bäumen ist der Garten auch ein Rückzugsort für Vögel und Insekten. „Es ist kein Vergleich mit vorher. Das Ergebnis der vielen Arbeitseinsätze kann sich sehen lassen“, sagt Bürgermeister Thomas Winkler und bedankt sich bei allen Beteiligten.

Initiiert wurde das Projekt von Rudolf und Irene Blasnik, die mittlerweile zahlreiche Mitstreiter gefunden haben. So ist etwa die Ahmadiyya-Gemeinde aus Mörfelden-Walldorf engagiert und hat unter anderem geholfen 13 Bäume zu pflanzen. Auf der parkähnlichen Grünfläche haben Anwohner unter anderem ein Insektenhotel aufgestellt. Zudem sind Nistkästen und eine Vogeltränke zu finden. Damit die Pflanzen gut wachsen können ist die Beschaffenheit des Bodens verbessert worden. Von städtischer Seite sind Lothar Becher aus der Stadtplanung und Gärtnermeister Michael Jakob vom Bauhof eingebunden. „Es ist eine sehr intensive Zusammenarbeit entstanden, bei der sich immer wieder neue Ideen entwickeln“, so die städtischen Mitarbeiter.

Um die vielen Pflanzen und Bäume über heiße Sommer zu bringen, hat die Stadt die Finanzierung eines Grundwasserbrunnens übernommen. Der Brunnen wird auch vom städtischen Bauhof zur Bewässerung der öffentlichen Grünanlagen genutzt und dient der Befüllung von Tankwagen. Zu diesem Zweck wird auch der Ortsverein Walldorf des Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Brunnen mit seinem Bewässerungsfahrzeug ansteuern. Besonders in langen Dürreperioden macht der neue Brunnen die Pflege der Pflanzen und Bäume im Rosengarten deutlich einfacher. Von städtischer Seite wurde ein Stromanschluss gelegt und ein Zaun rings um den Garten aufgestellt. Durch zwei Tore können Spaziergänger in den öffentlichen Garten eintreten. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf insgesamt etwa 15.000 Euro. Mit diesem Betrag ist aber nicht die Bepflanzung und die Ausstattung des Rosengartens abgedeckt. Hierfür haben Rudolf und Irene Blasnik zahlreiche Spenden eingesammelt und so eine Umsetzung des Projekts in dieser Form erst ermöglicht. Mittlerweile sind über 20.000 Euro an Spenden akquiriert. Neben dieser Summe ist der Einsatz der Helfer entscheidend für die langfristige Perspektive des Rosengartens. Denn ohne ehrenamtliche Helfer könnte die dauerhafte Pflege nicht sichergestellt werden. „Der Bauhof hat gerade im Sommer mehr als genug zu tun und kann die Pflege weiterer Grünflächen und Gärten nicht übernehmen“, macht Bürgermeister Winkler deutlich.

Ein weiterer Aspekt macht das Projekt besonders: Die mehr als 2000 Quadratmeter große Grünfläche liegt im Bereich des Projektgebietes „Soziale Stadt“, was zusätzliche Perspektiven eröffnet und zu einer Kooperation mit dem Sozial- und Wohnungsamt führt. So wurde eine große Wand im Rahmen einer Graffiti-Aktion künstlerisch gestaltet. Außerdem nutzt das Ehepaar Blasnik mit seinen Mitstreitern den Quartierstreff im Mörfelder Bahnhof. Von dem Treffpunkt aus sollen in den nächsten Jahren zahlreiche Aktivitäten rund um das Projekt „Soziale Stadt“ ins Leben gerufen werden. Dabei geht es um eine soziale wie städtebauliche Aufwertung des Viertels, dass sich vom Mörfelder Bahnhof bis zur Bamberger Straße und von der Bürgermeister-Klingler-Straße bis zum Walldorfer Weg erstreckt. „Der Rosengarten ist ein erstes erfolgreiches Projekt im Viertel und hoffentlich der Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten“, so Thomas Winkler abschließend.

Die offizielle Eröffnung ist für das Frühjahr 2021 geplant, wenn alle Arbeiten erledigt sind und die Corona-Pandemie hoffentlich an Wucht verloren hat.