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Rathausspitze appelliert: Auf private Feiern und Feste verzichten


Die Tendenz der letzten Woche setzt sich fort und die Infektionen mit dem Corona-Virus steigen im Kreis Groß-Gerau weiter an. Am Sonntag wurde erstmals die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Damit herrscht im Kreisgebiet die Alarmstufe Rot.

Von der Rathausspitze kommt daher ein dringender Appell an die Bevölkerung: „Wir empfehlen, in den nächsten Wochen auf private Feiern und öffentliche Feste zu verzichten“, heißt es von Bürgermeister Thomas Winkler, Erstem Stadtrat Burkhard Ziegler sowie Bürger- und Ordnungsdezernenten Steffen Seinsche. Im Blick hat man Veranstaltungen und Feste am Mörfelder Kerbewochenende, aber auch Hochzeit- und Familienfeiern sowie größere Treffen im Freundeskreis.

Denn die Ausbreitung der Pandemie erfolgt in erster Linie über private Kontakte und eine Ansteckung bei Freunden und Bekannten. Solche Kontakte sollten aufgrund der extrem dynamischen Virusausbreitung möglichst weit reduziert werden, sagen die drei Dezernenten. „Jeder muss sich überlegen, ob aktuell wirklich der richtige Zeitpunkt zum Feiern ist“.

Auch vor dem Hintergrund, dass es für das Gesundheitsamt Groß-Gerau immer schwieriger wird, Infektionsketten nachverfolgen zu können, sollten Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. Das Amt hat am Sonntag das Hessische Sozialministerium um Unterstützung bei der Nachverfolgung durch Bundeswehr und Medizinstudenten gebeten. Von der Verwaltungsführung kommt in diesem Zusammenhang die Bitte, im Falle einer Infektion mit dem Gesundheitsamt zusammenzuarbeiten und genau anzugeben, mit welchen Menschen man Kontakt hatte. „Unkooperatives Verhalten und falsche Angaben sorgt dafür, dass sich das Virus weiter ausbreiten kann“, macht Bürgermeister Winkler klar.

Nachdem in der letzten Woche eine Kita nach einem positiven Test bei einer Erzieherin geschlossen werden musste, sind keine weiteren Fälle in der Betreuungseinrichtung aufgetreten. Die betroffene Kita hat wieder regulär geöffnet. „Alle Mitarbeiter*innen in den Kitas werden regelmäßig getestet“, sagt Erster Stadtrat Burkhard Ziegler. Außerdem gelten mit dem Gesundheitsamt abgestimmte Hygienekonzepte, die im Notfall noch strenger gefasst werden.

Durch das Ordnungsamt erfolgen im ganzen Stadtgebiet Kontrollen. Wie im Gesundheitsamt ist man auch hier besonders stark gefordert. „Dennoch schaffen wir es, Gaststätten, Geschäfte und öffentliche Plätze im Blick zu behalten und notfalls Bußgeldverfahren einzuleiten“, so der Ordnungsdezernent Steffen Seinsche.

Klar ist aber, dass nicht überall gleichzeitig kontrolliert werden kann. Gerade auf die problematischen Feiern und Treffen im privaten Rahmen hat die Stadt kaum Einfluss. „Wir wollen auch keine Überwachungsgesellschaft. Wichtig ist das Verantwortungsbewusstsein der Bürger*innen. Jeder muss jetzt dazu beitragen, die Virusausbreitung zu verlangsamen“, unterstreicht die Rathausspitze.