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Städtische Einrichtungen werden geschlossen


Der Kreis Groß-Gerau gehört mit zu den stark von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen in Hessen. Die Rathausspitze hat daher ein Maßnahmenpaket für Mörfelden-Walldorf beschlossen:

- Alle städtischen Sporthallen sind geschlossen. Entgegen der Landesverordnung ist auch Sport, der alleine oder zu zweit sowie im eigenen Hausstand erfolgt, in den städtischen Sporthallen untersagt. Ausnahmen sind lediglich Nutzungen durch Schulen sowie Kitas.

- Die Heimatmuseen in Mörfelden und Walldorf schließen.

- Das Bürgerhaus wird geschlossen. Dienstliche Versammlungen und politische Gremiensitzungen sind mit entsprechendem Hygienekonzept möglich. Ausnahmen sind auch für Parteiveranstaltungen möglich, die der Vorbereitungen von Wahlen dienen.

- Das Veranstaltungsprogramm im Treffpunkt Waldenserhof wird ausgesetzt. Nicht betroffen davon sind Sprachkurse sowie Beratungsangebote.

- Die Jugendzentren sind für Bildungsangebote geöffnet. Veranstaltungen finden nicht statt.

- Die Stadtbüros bleiben für den Publikumsverkehr geöffnet und können auch ohne Terminvereinbarung besucht werden.

- Die Rathäuser haben wie in den letzten Monaten für den Publikumsverkehr geschlossen. In dringenden Fällen können Termine vereinbart werden.

- Wochenmärkte finden weiterhin statt

- Das Standesamt führt Trauungen mit maximal fünf Personen durch, inklusive Standesbeamtin. In Mönchbruch finden derzeit keine Trauungen statt.

- In die Trauerhallen dürfen nur noch zehn Personen gleichzeitig. Bei dieser Obergrenze sind Friedhofspersonal sowie Pfarrer und/oder Trauerredner nicht inbegriffen.

- Der Treff im Mörfelder Bahnhof ist geschlossen. Sprachkurse sowie Beratungsangebote finden auch hier weiterhin statt.

Die neuen Maßnahmen gelten ab Montag, den 2. November, und sind vorerst bis Ende November befristet. Geöffnet bleiben unterdessen die Stadtbüchereien und auch bei den Kitas änder sich nicht.

„Wie es weitergeht, hängt aber davon ab, ob die Infektionszahlen zurückgehen“, macht Bürgermeister Winkler deutlich. Lagen die täglichen Neuansteckungen im Kreis Groß-Gerau im September mitunter noch im einstelligen Bereich, ist seitdem ein rasanter Anstieg zu verzeichnen. Im Oktober meldete das Kreisgesundheitsamt bis zu 20 neue Fälle täglich. In den letzten Wochen wurden es dann aber deutlich mehr. Der bisherige Höchstwert war am 29. Oktober erreicht, als 149 Menschen aus dem Kreisgebiet positiv auf das Virus getestet wurden. Aktuelle Zahlen veröffentlicht der Kreis auf seiner Homepage.

„Die Lage ist ernst. Das Kreiskrankenhaus konnte zwischenzeitlich bereits keine neuen Corona-Patienten mehr aufnehmen“, berichtet Thomas Winkler angesichts der extrem dynamischen Lage. „Es kommt nun darauf an, dass wir unsere persönlichen Kontakte deutlich reduzieren“. Andernfalls könnte es zu einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommen.

Auch wenn Vorsicht und Rücksichtnahme gefordert sind, muss man nicht in Panik verfallen. Zwar fragen immer wieder Bürger*innen, wo es in Mörfelden-Walldorf am gefährlichsten ist, doch das lässt sich nicht beantworten. „Denn das Infektionsgeschehen ist über die ganze Stadt verteilt und nicht auf einzelne Hotspots begrenzt“, so der Bürgermeister. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten. Maske, Abstand, Hände waschen und häufiges Lüften sind daher angesagt.

Trotz der Einschränkungen muss man aber versuchen, den gewohnten Alltag wenigstens ein Stück zu erhalten. Die Büchereien bleiben aus diesem Grund auch geöffnet, damit sich Jung und Alt mit neuem Lesestoff versorgen kann. Aufgrund des guten Hygienekonzepts sieht Thomas Winkler hier auch keine Gefahr.

„Das Leben muss trotz Corona weitergehen. Daher gibt es für unsere Kitas keine weiteren Einschränkungen“, sagt Erster Stadtrat Burkhard Ziegler. Zum Schutz der Mitarbeiter*innen und Kinder werden strenge Hygienekonzepte eingehalten, die für jede Einrichtung vorliegen. „Ohne Kinderbetreuung können viele Eltern nicht mehr Arbeiten, und das möchten wir verhindern“, so der Sozialdezernent. „Außerdem ist es für die Kinder wichtig, Gleichaltrige zu treffen und zu spielen“

„Im Sinne des Bürgerservice bleiben die Stadtbüros weiter geöffnet“, heißt es vom Bürger- und Ordnungsdezernenten Steffen Seinsche. Im Frühjahr mussten die Stadtbüros geschlossen werden, oder es mussten feste Termine vereinbart werden. Mittlerweile sind Schutzvorkehrungen getroffen und der Betrieb hat sich unter den Corona-Bedingungen eingespielt. Wie in den Stadtbüros werden auch auf den Wochenmärkten die Regeln eingehalten, weshalb man hier weiter einkaufen kann und die Märkte nicht abgesagt werden müssen.

Neben den vor Ort getroffenen Maßnahmen hat die Landesregierung Kontaktbeschränkungen für den öffentlichen Raum festgelegt. Diese sehen unter anderem vor (Stand 30.10.2020):

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum

Die Bürgerinnen und Bürger sollen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist ab 2. November nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, höchstens jedoch mit 10 Personen.

Veranstaltungen und Feiern

Öffentliche Veranstaltungen finden nur noch bei besonderem öffentlichen Interesse statt. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt.

Private Veranstaltungen außerhalb der eigenen Wohnung sind untersagt.

Zusammenkünfte und Feiern innerhalb der eigenen Wohnung sind nur einem engen privaten Kreis gestattet.

Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit

Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in der Zeit von 23 bis 6 Uhr verboten.

Reisen

Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt.

Freizeit, Kultur und Sport

Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören unter anderem: Kinos, Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.

Der Trainings-und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports sowie des Schulsports sind bei Vorlage eines umfassenden Hygienekonzepts zulässig.

Gastronomie

Restaurants, Gaststätten sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

Dienstleistungen

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist.

Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapie, bleiben weiter möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet.

Geschäfte

Der Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet. Dabei ist sicherzustellen, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 qm Verkaufsfläche aufhält.

Quarantäneanordnung

Es wird klargestellt, dass sich Personen bei einem positiven Corona-Tests unmittelbar in Quarantäne begeben müssen. Dies gilt ab dem Vorliegen des Testergebnisses, auch wenn die förmliche Anordnung des Gesundheitsamtes noch nicht erfolgt ist.

Wer mit einer positiv getesteten Person in einem Hausstand lebt, muss sich ebenfalls unmittelbar in zweiwöchige Quarantäne begeben. Für unaufschiebbare Erledigungen wie bspw. den Einkauf von Lebensmitteln gibt es Ausnahmen.

Erweiterte Maskenpflicht in Fahrzeugen

Wenn sich in einem Fahrzeug Personen aus mehr als zwei Hausständen befinden, ist eine Alltagsmaske zu tragen.


Weitere Informationen der Landesregierung finden sich hier. Ob der Kreis Groß-Gerau darüber hinaus weitere Einschränkungen erlässt, steht zum aktuellen Zeitpunkt (30.10.2020) noch nicht fest. Informationen zum Thema Corona stellt der Kreises auf seiner Hompage bereit.