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Ein halbes Jahrhundert voller Lebendigkeit


Die Kita VI Parkstraße wird 50 Jahre. Dass dieser Jubeltag gefeiert werden muss, ist keine Frage. Coronabedingt findet die Feier allerdings nur im kleinen Rahmen statt. Trotzdem war das Team gemeinsam mit den Eltern kreativ. Und so gibt es eine Überraschung zum Kita-Geburtstag, die nicht nur den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Clowns und Eis für lachende Gesichter

„Wir haben das Theater Lakritz mit ihren beiden Clowns engagiert, die an diesem Tag drei Vorstellungen geben werden“, verrät Kita-Leiter Andreas Kappes.

Versüßt wird das Ereignis mit vielen Eiskugeln in der Waffel. „Ein echter italienischer Eisverkäufer bringt die kalte Leckerei vorbei.“ Überhaupt werden Geburtstage traditionell geschmackvoll gefeiert. „Geburtstagskinder dürfen sich immer ein Wunschessen zusammenstellen“, so Andreas Kappes. Und die Wünsche werden auch erfüllt. Auch wenn sie auf den ersten Biss ungewöhnlich sein können. „Es gab schon frische Apfelpfannenkuchen mit Kräuterbaguette und Eiscreme als Dessert“, schmunzelt der Kita-Leiter. „Aber ein Geburtstag ist ja etwas Besonderes.“ Und er freut sich besonders auf das kleine Fest zum 50. Bestehen.

Schon viele Jahre gab es das offene Konzept

Bürgermeister Thomas Winkler gratuliert der Mörfelder Institution, die 1971 ihre Türe öffnete. „Einige Kinder von damals sind die Eltern von heute und sie kommen gerne zurück“, weiß er. Und für die Kolleg*innen im Team ist es ein schöner Anlass für lustige und schöne Erinnerungen an Erlebnisse mit den ehemaligen Kindergartenkindern. Damals sah es allerdings noch ganz anders aus. „In den 70er und 80er Jahren gab es das geschlossene Konzept“, erklärt Andreas Kappes. Das heißt: Es gab einen Raum, in dem sich die Kinder aufhielten und betreut wurden. „In diesem Raum stand ein Frühstückstisch, es gab eine Bauecke, eine Bastelecke und eine Puppenecke.“, weiß Karin Küchler, die stellvertretende Leitung, die seit 40 Jahren in der Kita VI arbeitet. „Ich bin quasi der Kita-Dinosaurier“, erzählt sie lachend und erinnert sich an die Anfänge. Auch an die früher regelmäßigen Theateraufführungen. „Die waren bei Groß und Klein beliebt“.

Viel Platz zum Spielen, Toben, Lernen

Nach und nach wurde die Kita immer wieder erweitert und es wurde angebaut. Schon vor über 20 Jahren machte das multinationale Team der Parkstraße, das derzeit aus 20 pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Ausbildungshintergründen besteht, mit der Kita erste Schritte der Öffnung. Seitdem wird das offene Konzept der Einrichtung stetig weiterentwickelt. Die Kinder können sich im Gebäude frei bewegen und ihren Interessen folgen. „Sie entscheiden wo, mit wem und mit was sie spielen. Auch Kinder mit besonderem Förderbedarf profitieren vom Angebot der Möglichkeiten“, beschreibt es der Leiter.

Da wartet ein Forscherraum entdeckt zu werden, es gibt einen Rollenspiel-und Puppenraum, einen Bauraum, einen Bewegungsraum, eine Bücherei und ein großes parkähnliches Außengelände mit wunderschönen alten Bäumen. „Das Gelände gehörte ursprünglich einer Gärtnerei“, verrät Karin Küchler. Die Kinder lieben die Pflanzen und die Natur und spielen auch gerne mal mit der Erde und im Matsch. „Der Tag wird nicht langweilig“, sagt Andreas Kappes.

Kita VI Parkstraße ist eine Sprach-Kita

Bereits 1975 startete die Kita mit der Ganztagsbetreuung. Damals waren im Schnitt 25 Kinder nachmittags in der Kita VI. Mittlerweile sind es 50 Kinder, die bis 15:00 Uhr und länger bleiben. „Über die Hälfte unser Kinder nutzen eines der späten Module“, sagt Andreas Kappes. Die U3-Betreuung für Kinder zwischen einem und drei Jahren wird in der Kita VI seit rund 15 Jahren angeboten. „Seitdem sind wir eine Kita für Kinder von einem Jahr bis zum Schuleintritt. Alle werden gemäß ihrer Entwicklung unterstützt und begleitet“, betont er. In der Kita VI wird großer Wert auf die Sprachförderung gelegt. Sie ist von Beginn an Teil des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist.“ So wenden die Kinder und pädagogischen Fachkräfte mit viel Freude im Alltag häufig Handzeichen der deutschen Gebärdensprache an, um Gesagtes so zu unterstreichen. „Für manche Kinder ist es gerade zu Beginn tatsächlich leichter sich mit der Gebärdenunterstützten Kommunikation mitzuteilen“, erklärt der Leiter. Daneben wird mit Bildkarten gearbeitet. Der tägliche Speiseplan für die Kinder ist beispielsweise ebenfalls bebildert.

Weitere Schwerpunkte der Kita VI sind die Inklusion von Kindern und die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern im Sinne der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Immer gab es in der Kita VI auch spannende Angebote für Eltern und Kinder, Info-Cafés in der Kita, Ausflüge im Stadtteil und gemeinsame Angebote von Eltern und Erzieher*innen für die Kinder. „Die Eltern sind sehr interessiert und engagiert“, hebt er hervor.

Der Kita-Alltag steckt voller Überraschungen

Der Kita-Alltag steckt voller Überraschungen, Spaß und Herausforderungen. „Es ist wunderbar, sich gemeinsam mit dem Kind auf den Weg zu machen, sie zu begleiten und unterstützen. Auch wir können dabei immer viel lernen“, beschreibt Andreas Kappes. „So ist es ein lebendiges und buntes Haus.“

Die Kita VI hat in den letzten 50 Jahren viele Veränderungen erlebt und verschiedene Phasen durchgemacht. Die Corona-Pandemie war bisher durch die Einschränkungen die größte Herausforderung für alle Beteiligten. Umso mehr freut man sich jetzt in der Kita VI darauf, ein schönes Geburtstagsfest im kleinen Rahmen zu feiern und die Einrichtung standesgemäß zu würdigen. „Das hat sie mehr als verdient“, sind sich Karin Küchler und Andreas Kappes einig.