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Badestelle soll öffnen/Schwimmen auf eigene Gefahr


„Die Infektionszahlen gehen zurück und ich bin zuversichtlich, dass die Badestelle öffnen kann“, sagt Bürgermeister Winkler mit Blick auf die Inzidenz im Kreis Groß-Gerau. Damit der See unter Corona-Bedingungen für Besucher aufgesperrt werden kann, hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Verwaltungsvorlage verabschiedet. „Wir müssen auf alles vorbereitet sein und möchten die Badestelle in diesem Jahr auf jeden Fall während des Sommers öffnen“, so der Bürgermeister weiter. Aktuell ist eine Öffnung vom 1. Juli bis zum 12. September geplant. Die Badestelle würde in diesem Fall täglich von 9 bis 21 Uhr für Besucher offenstehen.
Wenn es die rechtliche Situation zulässt, soll der Zugang zum See ähnlich wie der zum Waldschwimmbad geregelt werden. Für Besucher ist der Eintritt an der Badestelle wie in der Vergangenheit kostenlos und es wird über ein Online-Ticketsystem lediglich ein sogenanntes Null-Ticket gebucht. Der unentgeltliche Ticketverkauf dient nur zur Erfüllung und Überwachung der Corona-Regeln. Eine Badeaufsicht im Sinne einer Wasseraufsicht findet ausdrücklich nicht statt. „Der entscheidende Punkt ist, dass wir mit diesem System den Zugang zum See begrenzen können“, so Thomas Winkler. Denn klar ist, dass dieses Jahr aufgrund des Infektionsschutzes deutlich weniger Gäste auf das Gelände der Badestelle dürfen. Derzeit ist eine Begrenzung der Besucher auf 500 vorgesehen.
Mit dem Onlinesystem wird sichergestellt, dass nur die zulässige Zahl an Besuchern eingelassen wird. Da vor Ort keine Tickets verkauft werden, sorgt das System gleichzeitig dafür, dass nur Gäste zum See kommen, die bereits eine Eintrittskarte haben. „Damit möchten wir größere Menschenansammlungen und Staus rund um den See verhindern“, betont Bürgermeister Winkler.
Verlässt ein Gast das Gelände, wird er mit seinem Onlineticket ausgebucht. Das freie Ticketkontingent erhöht sich wieder um eine Person und kann neu vergeben werden. Auch wenn die Einzeltickets kostenlos sind, fallen Parkgebühren für motorisierte Fahrzeuge nach wie vor an. Auch hier erfolgt der Erwerb eines Tickets durch das Online-System. Das Portal für ein Online-Ticket ist über die Homepage der Stadt Mörfelden-Walldorf verlinkt. Sollte ein Gast nicht über die städtische Homepage eine Karte für einen Parkplatz erwerben, würden zusätzlich zehn Prozent Vorverkaufsgebühren anfallen.
Für Besucher ohne Smartphone oder Drucker kann ein Ticket beim Merfeller Shop in der Langgasse in Mörfelden, auch mit Bargeld, erworben werden. Diese Art des Tickets ist auch im Vorverkauf kostenfrei. Tickets für einen Parkplatz werden um einen Vorverkaufspreis von zehn Prozent erhöht, die der Besucher tragen muss.
„Die Pandemie hat vieles unmöglich gemacht und unser Leben extrem eingeschränkt. Daher möchte ich den Menschen sehr gerne einen Besuch am See ermöglichen. Es ist aber auch klar, dass die Stadt dafür mit höheren Ausgaben rechnen muss“, spricht Bürgermeister Winkler etwa die Kosten für das Ticketsystem an. Kalkuliert sind dafür rund 19.000 Euro. Um die Hygienevorgaben im Sanitärbereich zu erfüllen, schlagen voraussichtlich Mehrkosten von 9.000 Euro zu Buche. Auch für die Security wird mehr Geld ausgegeben, obwohl die Öffnungszeit deutlich kürzer als in einem normalen Jahr sein wird.
Insgesamt ist die Badestelle ein großer Kostenpunkt im städtischen Haushalt. So ist davon auszugehen, dass für Unterhalt und Betrieb des Sees in diesem Jahr etwa 194.000 Euro benötigt werden. Gleichzeitig ist mit deutlich weniger Einnahmen zu rechnen, da zu erwarten ist, dass weniger Tickets für Parkplätze verkauft werden. Ein wichtiger Hinweis ist abschließend, dass das Baden im See auf eigene Gefahr ist. Vor Ort findet keinerlei Aufsicht statt und jeder Besucher ist für sich selbst verantwortlich. Aufgrund der Waldbrandgefahr und den Erfahrungen aus den letzten Jahren ist das Grillen am See verboten. Final entscheiden wird über die geplante Öffnung der Badestelle in der Stadtverordnetenversammlung Mitte Juni.