3176-Panorama.jpg

Mit Humor und Tatkraft


Stadtrat und Bürger- und Ordnungsdezernent Steffen Seinsche verabschiedet sich nach fast 5 Jahren von seinem Ehrenamt. „Ich hatte mich schon vor längerer Zeit entschieden, nur eine Wahlperiode mein Amt auszuüben“, sagt er. „Die Zeit verging dabei wie im Flug und ich habe in kurzer Zeit so vieles erlebt und gelernt.“ Dass er gerne ins Walldorfer Rathaus ging, lag auch an der Arbeitsatmosphäre. Er bedankt sich für die sehr gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ämtern und den Mitarbeiter*innen. „Es gab immer einen engen Austausch und ich habe wirklich sehr gerne mit ihnen zusammengearbeitet. Ich werde das sicher vermissen“, betont er. Verantwortlich war Steffen Seinsche für die Stadtbüros, das Standesamt und das Ordnungsamt. Für das Dezernat arbeiten rund 30 Personen. Mit allen suchte er das Gespräch, besonders eng war die Zusammenarbeit mit den Leitungen Tatjana Lang, Edith Wünsch, Sandra Fritz, Stefan Feutner und Tobias Lipps.

 „Es war sehr lehrreich, da ich Einblicke in die Aufgabenbereiche der unterschiedlichen Ämter hatte. Neben einer hohen Kompetenz hat mich insbesondere die hohe Identifikation der Kolleg*innen mit der Stadt Mörfelden-Walldorf beeindruckt. Ich habe die Offenheit sehr zu schätzen gelernt und fühlte mich immer voll integriert“, fasst er es zusammen.

Sein Amt hat der Volljurist mit vollem Engagement ausgeführt. Wenn es brennt, war und ist der 51jährige zur Stelle. Und selbstverständlich packt er auch mit an. Auch spät in der Nacht. So wie beispielsweise beim großen Waldbrand im letzten Jahr, als er die Ordnungskräfte bei der Regelung des Verkehrs unterstützte, bei der ersten Ausganssperre mit der Kontrollstreife unterwegs war oder bei Blitzeraktionen.  

Überhaupt waren die vergangenen 15 Monate eine große Herausforderung und turbulent. So hat das Ordnungsamt direkt die neuen Corona-Verordnungen umzusetzen. Es musste immer schnell gehandelt werden. „Wer hätte gedacht, dass wir von heute auf morgen eine Pandemie erleben, in der alles anders ist als wir es gekannt haben. Darauf ist keiner vorbereitet und man muss das Beste daraus machen.“

Als Wahlleiter kam noch eine Kommunalwahl hinzu, die unter Coronabedingungen organisiert werden musste. Daneben gab es regelmäßige Kontakte mit den Bürger*innen, die bei ihm immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen fanden. Auch bei Bürgerbeschwerden suchte der Vater von zwei Kindern das Gespräch und nach konstruktiven Lösungen. „Oft wenden sich die Bürger*innen an das Ordnungsamt, wenn sie etwas stört. Der Sache muss dann schnell nachgegangen werden. Das war immer mein Prinzip.“ Generell wurde Bürgernähe bei ihm großgeschrieben.

Aber nicht nur der Austausch mit den Ämtern und den Bürger*innen waren ihm wichtig. Auch andere Institutionen wurden mit eingebunden. In regelmäßigen Treffen mit der Polizei informierte sich der Bürger- und Ordnungsdezernent über die aktuelle Lage und es gab einen konstruktiven Austausch. „Es ist immer wichtig, viele Aspekte miteinzubeziehen und miteinander zu reden. Das gilt für alle Bereiche.“

Steffen Seinsche sorgte dafür, dass eine Gefahrenabwehrverordnung, eine Katzenschutzverordnung und eine neue Wochenmarktsatzung auf den Weg gebracht wurden. „Die Besucher*innen hatten sich sehr über den Weinstand und die anderen neuen Stände auf dem Walldorfer Wochenmarkt gefreut und sie als eine echte Bereicherung empfunden“, freut er sich.

Ein anderes Anliegen war für ihn der freie Verkehrsfluss. Besonders in den Sommermonaten versperren in normalen Zeiten Falschparker rund um die Badestelle Walldorf und dem Waldschwimmbad wichtige Rettungswege. Steffen Seinsche startete daher eine Abschleppaktion und die Aktion „Freie Fahrt für Feuerwehr“. Mit verschiedenen Schildern wies er auch auf herabfallende Äste durch den Sommerbruch oder auf Brandgefahr im Wald hin.

Auch das Stadtentwicklungsprojekt Soziale Stadt in Mörfelden Nordwest lag ihm sehr am Herzen. „Besonders gut hat mir daran gefallen, dass es eine dezernatsübergreifende Zusammenarbeit war“, betont er. „Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt.“ Eine weitere Aufgabe, für die er sich gerne engagierte, war der MöWathlon. Im Vorfeld wurden Treffen organisiert, damit alles reibungslos verläuft. „Als sportbegeisterter Mensch hat mir das immer besonders viel Spaß gemacht.“

In den 5 Jahren gab es aber auch zwei dramatische Situationen, die ihn nachhaltig berührt haben. Ein Mann verstarb nach einem Badeunfall und der Leiter des Bürger- und Ordnungsamts Ludwig Schulmeyer ist im Rathaus verstorben. „Das war für alle ein großer Schock. Das werde ich nie vergessen.“

Trotz solcher einschneidenden Momente, all der Arbeit und den Herausforderungen hat der wortgewandte Steffen Seinsche aber nie seinen Humor verloren. Seine Devise lautete stets: Nie den erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem Augenzwinkern die Menschen aufmerksam machen. Und immer eine Brise Humor.“

Dem Dauerthema Hundehaufen setzte er lustige Schilder entgegen. „Für das große Geschäft das kleine Schwarze“ – aus dieser spontanem Wortspiel folgte mit seiner Referentin Claudia Rügner die Kampagne „Wir hauen voll auf die Kacke“, die vom Stadtmarketingbeauftragten Stephan Neubacher illustriert wurde. Auch auf das leidige Thema Parkplatzsuche machten sie mit einer Plakatkampagne, die für das Garagenparken warb, aufmerksam. Und wieder waren es humorvolle Motive und Sprüche, die an ein ernsteres Thema erinnern sollten. An Steffen Seinsche letztem Tag wurde der MöWa Superhund gekürt. Super soll es nun auch für ihn weitergehen. Denn fortan widmet sich der ehemalige Bürger- und Ordnungsdezernent voll und ganz seinem Beruf, seiner Familie und natürlich dem Sport.