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Förderung für das Quartier Mörfelden-Nordwest


Damit das Quartier Mörfelden-Nordwest attraktiver wird, nimmt die Stadt an dem Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt teil. Neben baulichen Maßnahmen soll auch eine verstärkte Gemeinwesenarbeit mehr Lebensqualität in das Gebiet rund um den Tizian-Platz bringen. Dabei geht es vor allem um die Förderung des kulturellen Lebens und des sozialen Miteinanders sowie darum, das Gemeinschaftsgefühl im Quartier Nordwest zu stärken. Zwei Beschlussvorlagen sollen in der Stadtverordnetenversammlung am 29. September 2021 Zustimmung finden: Die Errichtung des Nachbarschaftsfonds und die Beantragung des Förderprogramms Gemeinwesenarbeit.

Anreiz für Aktivität durch Nachbarschaftsfond

Der Nachbarschaftsfond soll für die Dauer des Förderprogramms Sozialer Zusammenhalt errichtet werden. Insgesamt sollen dort bis zum Jahr 2027 jährlich 20.000 Euro für Projekte von Bewohner:innen des Quartiers zur Verfügung stehen. Der Zuschuss durch den Bund und das Land Hessen beträgt 13.200 Euro (etwas über 66 Prozent), der Eigenanteil der Stadt 6.800 Euro (knapp 34 Prozent).

„Ein sozialer Zusammenhalt gelingt nur, wenn sich viele Anwohner:innen beteiligen. Die Menschen, die hier wohnen, sollen deshalb ermutigt werden, selbst aktiv zu werden. Der Nachbarschaftsfond kann sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Stadtgebiet finanziell unterstützen. Wir wollen damit einen Anreiz schaffen, das aus Ideen Projekte werden“, so der Erste Stadtrat und Wohnungs- und Sozialdezernent Karsten Groß.

Die Ideen-Liste der möglichen Aktivitäten und Projekte ist lang. Sie reicht von Nachbarschaftsfesten, Ausstellungen, Aufführungen, Sportereignissen im Quartier über Hilfs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, Integrationsangebote, Mitmachaktionen, Workshops bis zu Verschönerungsaktionen wie Grünflächengestaltung durch Blumen. Alle Projekte müssen dem Gemeinwohl dienen und dem Quartier zu Gute kommen. Den jeweiligen Zuschuss aus dem Nachbarschaftsfond erhalten die Aktiven, nachdem das Projekt abgeschlossen worden ist.

Wird der Nachbarschaftsfond in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, können interessierte Anwohner:innen bei den Mitarbeiter:innen des Quartiersbüros Nordwest einen Förderantrag stellen. Die Höhe des Zuschusses ist unterschiedlich und hängt von der Aktion ab. Er soll in der Regel aber 2.500 Euro nicht übersteigen. Der restliche Anteil muss von den Ehrenamtlichen selbst finanziert werden. Ist das Geld aus dem Nachbarschaftsfond für das Jahr verbraucht, kann man erst im darauffolgenden Jahr mit den nächsten Aktionen starten. „Wir sind gespannt, wie viele und welche Projekte im Laufe der Zeit entstehen“, freuen sich Jennifer Collins und Jennifer Steinmann aus dem Quartiersbüro.

Förderprogramm Gemeinwesenarbeit soll nachhaltige Verbesserung der sozialen Lage finanzieren

In der Stadtverordnetenversammlung soll auch die Beantragung des Förderprogramms Gemeinwesenarbeit beschlossen werden. „In der Vorlage beantragt der Magistrat, über den Kreis Groß-Gerau beim Land Hessen ab 2022 zusätzlich in das Förderprogramm „Gemeinwesenarbeit“ aufgenommen zu werden. Diese Chance auf eine finanzielle Unterstützung wollen wir gerne nutzen“, sagt Karsten Groß. Finanziert werden soll darüber eine neue, bis einschließlich 2026 befristete, Stelle einer Gemeinwesenarbeiter:in für das Quartier. Hauptaufgabe ist es, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, Projekte zu initiieren, unterstützen, beraten und begleiten.

„Findet sich zum Beispiel eine Gruppe von Müttern, die einen Mutter-Kind-Kreis gründen wollen, kann die Gemeinwesenarbeiter:in den Kreis leiten oder die Mütter bei der Organisation unterstützen. Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt Sebastian Hösch, Leiter des Sozial- und Wohnungsamtes. „Die Partizipation der Bewohner:innen ist die zentrale Aufgabe.“ Denkbar ist auch die Unterstützung bei der Organisation von Nachbarschaftscafés, von regelmäßigen Frauenfrühstücken, Sprachtreffs, Koch-, Nähkurse, Selbsthilfegruppen, Qualifizierungsmaßnahmen, Repair Cafés, usw.

Wird die Stadt in das Förderprogramm aufgenommen sollen im Haushalt bis 2026 jährlich 117.700 Euro für die Gemeinwesenarbeit zur Verfügung stehen. Das Land übernimmt 75 Prozent des Budgets weitere 25 Prozent kommen aus Ergänzungsmitteln des Kreises.

„Mit den Bausteinen Eigeninitiative der Bewohner:innen und soziale Angebote im Bereich soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, kann die soziale Lage und das nachbarschaftliche Zusammenleben in Mörfelden Nordwest nachhaltig verbessert werden“, so Karsten Groß.