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Bürgermeister Groß kritisiert öffentlich Entscheidung für Netto-Discounter und appelliert gegenüber Edeka für Vollsortimenter
Der Bürgermeister der Stadt Mörfelden-Walldorf, Karsten Groß, hat sich mit einem offenen Brief an die Unternehmensführungen und Aufsichtsgremien von Edeka und Netto gewandt. Darin kritisiert er entschieden die Pläne, am bisherigen tegut-Standort in der Gerauer Straße einen Netto-Discounter zu eröffnen. Zugleich appelliert er an Edeka, die Entscheidung zu überdenken, zeitnah den Dialog mit der Stadt aufzunehmen und gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden.
Hintergrund ist, dass die Stadt bereits im April 2026 gegenüber der damaligen Edeka-Zentrale in Hamburg ausdrücklich den Wunsch nach einer Fortführung des Standorts als Edeka-Vollsortimenter geäußert hatte. Die damalige Antwort aus Hamburg bestätigte die Absicht des Edeka-Verbundes, den tegut-Standort in Mörfelden-Walldorf fortzuführen. Von einem möglichen Wechsel zu einem Netto-Discounter war seinerzeit keine Rede.
Besonders irritiert zeigt sich Groß darüber, dass trotz mehrfacher Gesprächsangebote und Vermittlungsbemühungen der städtischen Wirtschaftsförderung bislang kein ernsthaftes Gesprächsangebot von Edeka erfolgt ist. Dabei liegt nach Angaben der Stadt sogar eine konkrete Alternative auf dem Tisch: Ein investitionsbereiter Edeka-Kaufmann hatte bereits im Frühjahr Interesse an der Übernahme des Standorts bekundet.
„Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass einerseits der Wunsch nach einem Edeka-Vollsortimenter von der Stadt frühzeitig kommuniziert wurde und andererseits eine konkrete Investitionsmöglichkeit offenbar nicht weiterverfolgt wird. Wir haben uns aktiv um eine Lösung bemüht – bislang allerdings ohne den notwendigen Dialog mit den Verantwortlichen“, erklärt Bürgermeister Karsten Groß.
Dabei gehe es keineswegs nur um eine unternehmerische Standortentscheidung. Seit Bekanntwerden der Netto-Pläne erreichen die Stadtverwaltung zahlreiche Protest-E-Mails und Anrufe aus der Bevölkerung. Auch Parteien und Mandatsträger haben sich inzwischen öffentlich zu Wort gemeldet. „Die Einwohnerinnen und Einwohner bringen sehr deutlich zum Ausdruck, was sie sich für ihre Nahversorgung wünschen: einen Vollsortimenter mit Frischetheke. Dieses Engagement sollte nicht übergangen, sondern als Chance verstanden werden“, findet Groß.
Der Bürgermeister appelliert deshalb ausdrücklich an Edeka, die regionalen Gegebenheiten und die Wünsche der Menschen vor Ort in die Entscheidung einzubeziehen. Die Stadt ist weiterhin bereit, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken – auch mit Blick auf einen möglichen anderen Edeka-Kaufmann, der den Standort übernehmen könnte.
„Mörfelden-Walldorf hat eine Bevölkerung, die sich einen Edeka-Markt wünscht und dafür sogar öffentlich eintritt. Es gibt einen Kaufmann, der grundsätzlich investieren wollte, und es gibt eine Stadt, die diesen Weg unterstützt. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen. Ich erwarte deshalb, dass Edeka die Stimmen aus unserer Stadt ernst nimmt und auf uns zugeht“, sagt Bürgermeister Groß.
Der offene Brief endet mit einem erneuten Appell, die bisherige Entscheidung für einen Netto-Discounters zu revidieren und gemeinsam über die Fortführung des Standorts als Edeka-Vollsortimenter mit Frischetheke zu sprechen.
Der offene Brief steht hier zum Download bereit.

