Museen

Museum Walldorf
MUSEUM WALLDORF

Beschreibung

Die Geschichte Walldorfs ist außergewöhnlich: die Gemeinde ist erst 320 Jahre alt und wurde von waldensischen Glaubensflüchtlingen aus dem Piemont gegründet. Da die protestantischen Waldenser im 17. Jahrhundert in dem französisch-katholischen Herzogtum Savoyen nicht geduldet wurden, verließen sie ihre Heimat. Eine Gruppe von ihnen wurde im Juni 1699 auf dem (heute nicht mehr existierenden) herrschaftlichen Gundhof bei Mörfelden in der protestantischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt aufgenommen.
1702 beschlossen vierzehn Familien (54 Personen), in der Nähe ein eigenes Dorf zu bauen. Entlang der heutigen Langstraße, der für lange Zeit einzigen Straße Walldorfs, entstanden ihre Höfe in Fachwerkbauweise.

Die Flucht der Waldenser, die Problematik der Neugründung einer eigenen „Colonie“, die besonderen Rechte („Privilegien“), die sie erhielten, um ihre Existenz zu sichern, die internationale Unterstützung, die sie erhielten, … all dies sind Themen, die sich das Walldorfer Museum in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Walldorfer Geschichte (AWG) intensiv annimmt.

Besonderheiten

Die Geschichte der Waldenser in Walldorf setzt sich auch außerhalb des Museums fort: die Tafeln an der Langstraße erläutern verschiedene Aspekte des Alltagslebens nach der Gründung Walldorfs 1699.



LEHRPFAD KZ-AUßENLAGER WALLDORF und MARGIT-HORVÁTH-ZENTRUM


Beschreibung

Von August bis November 1944 bestand ein Nebenlager des elsässischen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof am nördlichen Ortsrand von Walldorf. 1.700 junge ungarische Jüdinnen waren hier inhaftiert. Sie kamen in Güterwagons direkt von Auschwitz-Birkenau, um unter der Leitung der Firma Züblin für den Frankfurter Flughafen – damals militärisch genutzter „Fliegerhorst Rhein-Main“ – erste betonierte Rollbahnen zu bauen. SS-Mannschaften bewachten das Barackenlager im Wald, in dem sie untergebracht waren. Ende November 1944 wurden die jungen Frauen von hier in das KZ Ravensbrück, 90 km nördlich von Berlin, deportiert.

Die Tafeln des Lehrpfades beschäftigen sich mit verschiedenen Bereichen des Lagerlebens (etwa der schweren Arbeit der Frauen), mit dem Leben vor der Deportation nach Auschwitz und mit ihrem Schicksal nach der Befreiung. Von den 1.700 ungarischen Jüdinnen erlebten ca. 330 das Kriegsende.

Im Margit-Horváth-Zentrum können Sie durch den Keller der ehemaligen Küchenbaracke gehen, der eine zentrale Rolle in allen Erzählungen von Überlebenden aus diesem Lager spielt. Dieser Keller wurde im Rahmen zahlreicher Jugendprojekte (mit örtlichen SchülerInnen und internationalen work and study camps) freigelegt.

 

Besonderheiten

Die Margit-Horváth-Stiftung entstand aus dem sog. „Entschädigungsgeld“ für die erlittene KZ-Haft der im KZ Walldorf inhaftierten Margit Horváth. Margit Horváths Sohn Gabor Goldman und die Stadt Mörfelden-Walldorf entschieden zusammen mit der damaligen Museumleiterin Cornelia Rühlig, mit diesem besonderen Geld eine Stiftung zu gründen, die sich langfristig der Arbeit mit jungen engagierten Menschen zu Fragen der Diskriminierung von Minderheiten durch die Mehrheitsgesellschaft widmet. Die Stiftung wird ausschließlich durch die Arbeit von Ehrenamtlichen und durch Spenden getragen.




Öffnungszeiten

Geschlossen:
öffnet am Donnerstag um 15:00 Uhr
Donnerstag
- Uhr
Sonntag
- Uhr


Kontakt

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