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„MöWa mobil“ beschlossen
Wer in Mörfelden-Walldorf unterwegs ist, merkt schnell: Der Verkehrsraum ist eng und schnell entstehen Konflikte. Während die einen nach einem Parkplatz suchen, vermissen andere Aufenthalts- und Lebensqualität. Um die ganz unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse besser zu berücksichtigen, hat die Stadtverordnetenversammlung den nachhaltigen urbanen Mobilitätsplan „MöWa mobil“ beschlossen. Dieser legt grundlegende Ziele und viele Maßnahmen zur Mobilität in Mörfelden-Walldorf für die nächsten zehn Jahre fest. Besonders wichtig war der Verwaltung, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Mörfelden-Walldorf aktiv in den Entstehungsprozess eingebunden werden. „In fast 40 Beteiligungsterminen kamen Fachleute mit Einwohnerinnen und Einwohner zusammen – alle hatten die Möglichkeit, ihre Ideen, Sorgen und Alltagserfahrungen einzubringen und den Plan so entscheidend mitzugestalten“, erklärt Bürgermeister Karsten Groß. Besonders die dauerhafte Begleitung durch den MöWa-mobil-Beirat, als Querschnitt durch die Stadtgesellschaft, half, alle Belange im Blick zu behalten.
Die Ergebnisse greifen daher auch Themen auf, die über den reinen Verkehrsablauf hinausgehen – etwa fehlende Rücksichtnahme im Alltag oder die Beseitigung von Angsträumen. „Mit über 200 Projekten in acht Maßnahmenbereichen will die Stadt in den nächsten zehn Jahren die Mobilität für alle verbessern“, sagt Stadtplanerin Carolin Ingenfeld aus dem Amt für Planung, Bau und Umwelt.
Damit es vom theoretischen schnell auch in sichtbare Maßnahmen übergeht, wurden bereits erste Schritte zur Projektumsetzung vor dem Beschluss vorbereitet. So wurden gemeinsam mit einem externen Verkehrsplanungsbüro Ideen zur Umgestaltung von engen Straßenquerschnitten entwickelt.
Den Auftakt macht die Umgestaltung des Nordabschnitts der Darmstädter Straße: Künftig soll hier vor allem der Durchgangsverkehr reduziert werden. Anwohnende werden vor weiteren Planungsschritten rechtzeitig informiert – voraussichtlich noch in diesem Jahr. Rund 60.000 Euro sind für erste Maßnahmen im Jahr 2027 eingeplant – vorausgesetzt, es sind keine tiefen baulichen Eingriffe nötig.
Ein weiteres Schlüsselprojekt betrifft das Dauerbrennerthema Parken. Bereits 2023 angeschoben, wird ein Parkraumbewirtschaftungskonzept erarbeitet. „Ein externes Büro untersucht derzeit Problemstellungen im Stadtgebiet, um Pilotgebiete zu identifizieren und Prioritäten zu setzen“, erklärt Carolin Ingenfeld.
Doch die Verkehrswende ist nicht nur eine Frage des Sicherheitsgefühls. Deshalb soll ab 2027 eine zweijährige Kampagne unter dem Motto „Rücksichtnahme im Verkehr“ starten. Die Aktion soll für ein besseres Miteinander auf den Straßen werben.
Das letzte Schlüsselprojekt bemüht sich darum, Wohlfühlorte für Einwohnerinnen und Einwohner im Stadtgebiet zu finden, auszuwerten und weitere zu schaffen. Hierzu wurde bereits im Rahmen des Stadtradelns eine Wohlfühlorte-Tour und erste Bürgerbefragungen durchgeführt. Das Projekt soll auch bei anstehenden Umgestaltungen eingesetzt werden, um herauszufinden, wie die Projekte von den Menschen aus Mörfelden-Walldorf gesehen werden.
Großen Anteil an den Maßnahmen haben auch Information, Aufklärung und Beteiligung. Hier wurde als Startsignal der Mobilitätsbereich auf der städtischen Homepage überarbeitet. Er bietet nun umfassende Informationen zu MöWa mobil, Mobilitätsangeboten und bereits umgesetzten Projekten und ermöglicht eine leicht verständliche, transparente Information für Interessierte: https://www.moerfelden-walldorf.de/de/umwelt/mobilitaet/moewa-mobil/.
„Der Plan ist aber kein starres Papier für die Schublade. Alle fünf Jahre kommt der Maßnahmenkatalog auf den Prüfstand, wird evaluiert und angepasst“, so Bürgermeister Groß. Das Besondere: Alle Akteure sitzen bei der Überprüfung wieder mit am Tisch. Zudem werden die Ergebnisse dieses Monitorings komplett öffentlich gemacht. Spätestens 2036 folgt dann die große Fortschreibung.
„Mörfelden-Walldorf hat sich viel vorgenommen. Mit „MöWa mobil“ beginnt nun die detailreiche Arbeit vor der eigenen Haustür“, sagt Bürgermeister Karsten Groß – „MöWa mobil“ wird den Bürgerinnen und Bürgern auch auf der Bürgerversammlung am 23. September vorgestellt.

