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Feuerwehr unter Dauerbelastung – Vorbeugender Brandschutz wird wichtiger
Die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf ist seit einigen Wochen im Dauereinsatz, mit Unterstützung der beiden DRK-Ortsvereine. Seit Juni mussten die beiden Einsatzabteilungen gemeinsam zu mehr als 140 Einsätzen ausrücken, nicht selten waren es Brände im Feld- und Waldbereich. Inzwischen macht sich diese Dauerbelastung bei der Feuerwehr bemerkbar.
„Was hier geleistet wird, ist außerordentlich und geht an die Substanz“, betont Bürgermeister Karsten Groß. „Dieses Einsatzaufkommen haben wir sonst in einem halben Jahr. Die extreme Hitze und Trockenheit sorgen für schwierige Rahmenbedingungen“, so der Bürgermeister weiter. Angesichts der Vielzahl an Einsätzen bereitet der Rathauschef ein besonderes Dankeschön für Feuerwehr und DRK vor. „Wer sich auch bei der Feuerwehr bedanken möchte, wird am besten Fördermitglied im Feuerwehrverein“, so der Bürgermeister weiter.
An extreme Sommer – ohne viel Regen und mit vielen Sonnenstunden - musste man sich in den letzten Jahren bereits gewöhnen. Der Sommer 2026 hat aber noch einmal etwas draufgelegt, weshalb sich die Verwaltung aktuell auch im vorbeugenden Brandschutz auf künftige Hitze- und Trockenperioden vorbereitet. „Wir planen im Ordnungsamt eine Kampagne“, sagt der Stadtrat und zuständige Dezernent Maximilian Gegenheimer. Im nächsten Frühjahr sollen an Waldwegen Hinweisschilder angebracht werden, die darauf aufmerksam machen, dass das Rauchen im Wald grundsätzlich verboten ist und insgesamt Vorsicht geboten ist.
„Rauchen ist in Hessen im Wald unabhängig von der Jahreszeit oder den Witterungsbedingungen untersagt. Dieses Verbot gilt auch ab einem Abstand von weniger als 100 Metern vom Waldrand“, sagt Maximilian Gegenheimer. Wer mit einer Zigarette am oder im Wald erwischt wird, muss daher mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen. „Wir prüfen, ob wir die Summe erhöhen“, so der Stadtrat weiter. Rechtlich sind Bußgelder bis zu 1.000 Euro möglich.
„Wir bekommen immer wieder Hinweise, wo sich kleine Gruppen im Wald treffen und leider auch rauchen“, berichtet Maximilian Gegenheimer. Wenn eine Zigarette einen Waldbrand auslöst, gilt das als fahrlässige Brandstiftung und zieht entsprechende Konsequenzen nach sich. Die Stadtpolizei und Hessen Forst kontrollieren bereits verstärkt die Waldbereiche.
Stadtbrandinspektor Marco Schmitz appelliert an die Bevölkerung, kein offenes Feuer in der Nähe von Wiesen, Feldern und dem Wald zu machen. „Lagerfeuer, ein Grill und Zigaretten haben dort nichts verloren“, macht der Stadtbrandinspektor klar. Die Belastung für die Einsatzabteilungen ist bereits hoch, da braucht es keine fahrlässige Brandstiftung. Bei den konkreten Einsätzen ist die Polizei ebenfalls vor Ort ist, um Ermittlungen aufzunehmen, wie der Brand verursacht wurde.
Auch Klaus Velbecker, Leiter des Forstamts Groß-Gerau, ist alarmiert. Das Forstamt ist mit Patrouillen unterwegs, um Brände möglichst frühzeitig zu entdecken. Und, um Spaziergänger daran zu erinnern, dass eine brennende Zigarette, Kerzen, der Grill oder das Lagerfeuer im Wald und in dessen unmittelbarer Nähe nichts zu suchen haben. Die extrem heißen Tage haben die Wälder gefährlich austrocknen lassen und so ideale Voraussetzungen für Waldbrände geschaffen. „In den allermeisten Fällen ist ein Waldbrand menschengemacht. Natürliche Ursachen sind in ein bis zwei Prozent die Brandursache“, sagt Forstamtsleiter Velbecker. Gerade das ist bei einer extreme Waldbrandsaison so ärgerlich, denn eigentlich müsste es längst nicht so häufig brennen, wenn der gesunde Menschenverstand mehr zur Geltung käme. Daran wird die Stadt Mörfelden-Walldorf in Zukunft noch häufiger und noch deutlicher erinnern.

