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Digitaler Aufbruch im Rathaus
Wer Behördengänge erledigen muss, denkt oft an lange Wartezeiten, dicke Aktenberge und starre Öffnungszeiten. Die Stadt Mörfelden-Walldorf will dies ändern. Ihr Ziel: Die Verwaltung soll moderner, schneller und bürgerfreundlicher werden. Um dies schrittweise umzusetzen, hat Bürgermeister Karsten Groß nach seinem Amtsantritt im Juli 2025 die Digitalisierung zur Chefsache erklärt.
Seit 1. November 2025 ist ein dreiköpfiges Team in einer eigens dafür geschaffenen Stabsstelle für die Digitalisierung verantwortlich. Zuvor war das Team noch Teil der Personalabteilung, um ein internes System für die Verwaltung zu implementieren. „Wir wollen ein modernes Rathaus, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, sagt der Rathauschef Karsten Groß.
Der Service für die Einwohnerinnen und Einwohner steht dabei im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass künftig noch mehr Anträge leichter ausgefüllt und Dokumente bequem von zuhause aus und unabhängig von Öffnungszeiten eingereicht werden können, als es bisher möglich ist. Auch Künstliche Intelligenz soll ins Rathaus Einzug halten. Für diese wichtige Aufgabe bringt das Dreier-Team der Digitalisierung Fachwissen und Erfahrung mit und teilt sich die Projekte thematisch auf.
Dreier-Team mit Fachwissen und Erfahrung
Die Betriebswissenschaftlerin Marie Heldmann ist auf Prozessmanagement spezialisiert und kommt aus der freien Wirtschaft. Ihr Fokus liegt darauf, wie sich Arbeitsstrukturen in Behörden moderner und flexibler gestalten lassen. „Es freut mich besonders, wenn ich sehe, wie sich meine Arbeit auszahlt: Wenn wir bestehende Abläufe hinterfragen, verbessern und dadurch interne Prozesse einfacher und effizienter gestalten können. Diesen Ansatz übertragen wir nun auch auf Bürgerleistungen wie die Ferienspiele oder den Stadtpass.“ Auch in ihrer Freizeit löst sie gerne komplexe Fälle – wie in Escape Games – in denen es ebenfalls darauf ankommt, das große Ganze im Blick zu haben.
Verstärkt wird das Team durch Sarah Nasr. Nach ihrem dualen Studium in öffentlicher Verwaltung bringt die 23-Jährige frische wissenschaftliche Impulse mit. In ihrer Bachelorarbeit hat sie sich intensiv mit dem Thema „New Work im öffentlichen Sektor“ auseinandergesetzt. Sie ist vor allem für KI und Digitalisierungsprozesse innerhalb der Verwaltung verantwortlich und hat gerade die Einführung des digitalen Prozesses für elektronische Rechnungsbearbeitung begleitet.
Der dritte und „dienstälteste“ im Bunde ist Robert Popielarski. Der Familienvater wechselte aus der freien Wirtschaft in die Verwaltung. Mit im Gepäck wertvolle Erfahrung bei der Einführung der sogenannten „E-Akte“ (elektronische Akte), die das papierlose Büro in Zukunft Realität werden lassen soll. Er hat das digitale Zeitwirtschaftssystem in die Verwaltung gebracht und überführt damit alte Verwaltungsstrukturen ins digitale Zeitalter. „Mit diesem digitale Zeiterfassungssystem für die städtischen Mitarbeitenden können nicht nur Arbeitszeiten, sondern auch Urlaubsanträge, Fortbildungen oder interne Stellenbewertungen per Mausklick erfasst und beantragt werden“, erklärt Popielarski.
Ganz aktuell wird eine datenschutzkonforme interne künstliche Intelligenz (KI), die den europäischen Richtlinien entspricht, auf den Weg gebracht. „Die KI erleichtert den Mitarbeitenden die tägliche Arbeit, kann Texte erstellen und Bilder generieren, letzte Verantwortung trägt aber weiterhin immer der Mitarbeiter“, sagt Nasr. Im Moment läuft noch die Testphase und eine Dienstvereinbarung wurde neu erstellt. „Nach erfolgreicher Testphase geht es an die Umsetzung für die gesamte Verwaltung“, sagt Bürgermeister Groß.
KI-Chatbot kommt auf die Homepage
Das nächste große Projekt steht bereits in den Startlöchern. Geplant ist eine Bürger-KI – also ein intelligenter Chatbot für die städtische Homepage. Dieser digitale Assistent soll weit mehr sein als eine bloße Suchfunktion. Er ist ein mehrsprachiger Helfer, der auch die sogenannte „Leichte Sprache“ und Fremdsprachen beherrscht, um Barrieren für behinderte Menschen abzubauen oder Menschen, die eine andere Sprache als Deutsch sprechen, zu übersetzen. Der KI-Chatbot hilft den Nutzerinnen und Nutzern auch beim Ausfüllen von Formularen. Wer zum Beispiel seinen Hund anmelden oder eine neue Mülltonne beantragen möchte, wird vom KI-Chatbot direkt zu den passenden Online-Anträgen weitergeleitet, die sich bereits auf der Homepage befinden. Auch einfache Fragen – etwa zu Öffnungszeiten der Stadtbüros oder der Verwaltung – beantwortet der digitale Helfer in Sekundenschnelle.
Die Fördergelder vom Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation für diese Bürger-KI in Höhe von bis zu 9.000 Euro wurden bereits bestätigt. „Mit dem neuen Förderprogramm ‚kommunal.digital.hessen‘ unterstützt das Hessische Digitalministerium insbesondere finanzschwächere hessische Kommunen. Das Programm wird für zwei Jahre aus Mitteln des Programms „Starke Heimat Hessen“ finanziert“, weiß Bürgermeister Groß.
Der digitale Wandel der Stadt Mörfelden-Walldorf hat gerade erst begonnen. Die Weichen für ein modernes, serviceorientiertes Rathaus sind gestellt. Das Dreier-Team wird die Digitalisierung weiter voranbringen – auch wenn nicht alles von heute auf morgen umgesetzt werden kann. „Auch im Koalitionsvertrag bekam die Digitalisierung einen eigenen Abschnitt, um die Wichtigkeit hervorzuheben. Der digitalen Zukunft steht nichts im Wege“, sagt Bürgermeister Groß.
Online-Services auf der städtischen Homepage der Stadt Mörfelden-Walldorf finden Sie hier
Dieser Online-Service wird bereits jetzt angeboten.
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- An- und Abmeldung eines Hundes
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