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Hitzewelle: Trinkwassersituation in Mörfelden-Walldorf stabil


Die anhaltende Hitzewelle hat im Kreis Offenbach zu einem Trinkwasser-Notstand und strengeren Vorgaben für den Wasserverbrauch geführt. Mörfelden-Walldorf, das über eigene Trinkwasserbrunnen verfügt, ist davon nicht betroffen. Dennoch wird empfohlen, bei sehr hohen Temperaturen sorgsam und maßvoll mit Trinkwasser umzugehen. „Unsere Zahlen zeigen, dass dies der Bevölkerung in Mörfelden-Walldorf auch in diesen heißen Tagen gut gelingt – auch wenn 2026 in der zweiten Juni-Hälfte rund 15 Prozent mehr Wasser verbraucht wurde als in der ersten Juni-Hälfte“, freut sich Bürgermeister Karsten Groß.

Der Wasserverbrauch in Mörfelden-Walldorf liegt im Juni 2026 insgesamt nur rund 4,7 Prozent über dem Vorjahresverbrauch (Gesamtverbrauch der Doppelstadt: 161.780 Kubikmeter im Juni 2026 gegenüber 154.490 Kubikmeter im Juni 2025). „Angesichts der aktuellen Temperaturen ist das ein sehr moderater Verbrauch“, betont Groß. „Es gibt gegenwärtig keine formale Grundlage, die Nutzung von Trinkwasser im Stadtgebiet im Rahmen der Gefahrenabwehr einzuschränken.“

Die Grundwassersituation in Mörfelden-Walldorf ist an den für die Wasserentnahme relevanten Messstellen derzeit unkritisch. „Die Kapazitäten der Gewinnungs- und Aufbereitungsanlagen sind so ausgelegt, dass aktuell keine Engpässe bestehen“, erklärt Jochen Göbel, Betriebsleiter der Stadtwerke. Auch bei längeren Hitzeperioden kam es in der Doppelstadt in der Vergangenheit nicht zu Kapazitätsproblemen. Positiv wirkt zudem der langfristige, tendenzielle Rückgang des Wasserverbrauchs, der unter anderem auf den Wegfall früherer Großabnehmer und den bewussteren Umgang der Einwohnerinnen und Einwohner zurückzuführen ist.

Mörfelden-Walldorf verfügt über eigene Trinkwasserbrunnen

Hintergrund: In derzeit von Einschränkungen betroffenen Kommunen spielen oft örtliche Gegebenheiten wie ein im Verhältnis höherer Wasserverbrauch oder strengere Auflagen bei der Förderung von Wasser eine Rolle. Manche Kommunen müssen bei erhöhten Verbräuchen aufgrund begrenzter technischer Kapazitäten in Wassergewinnung bzw. -aufbereitung den Verbrauch aus rein technischen Gründen reduzieren. Hinzu kommen bei den vom Wassernotstand betroffenen Kommunen meist strengere Grundwasser- und Naturschutzvorgaben und bzw. oder der Schutz von nachgelagerten Gewinnungsanlagen.

Kommunen mit keiner oder geringer eigenen Gewinnung unterliegen zudem gegebenlfalls Kapazitätsbeschränkungen ihrer Vorlieferanten. Für Mörfelden-Walldorf trifft dies nicht zu, da die Doppelstadt über eigene Trinkwasserbrunnen verfügt und die Doppelstadt damit autark ist.

Zusammengefasst: Kommunen, die jetzt im Rahmen der Gefahrenabwehr tätig werden, tun dies aus formalen Gründen (auflagenbedingte Bescheide) oder aufgrund praktischer Erfordernisse. Mörfelden-Walldorf darf aktuell gar keine Einschränkungen anordnen, da dafür die Grundlage fehlt.

„Gleichwohl wird die weitere Entwicklung aufmerksam beobachtet, damit bei Bedarf umgehend geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Einwohnerinnen und Einwohner werden gebeten, weiterhin verantwortungsvoll mit Trinkwasser umzugehen – insbesondere während anhaltender Hitzeperioden“, sagt Bürgermeister Groß.