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Brut- und Setzzeit: Leinen an


Seit 1. März gilt die Brut- und Setzzeit, denn Vögel brüten ihre Eier aus, Wildtiere bringen ihre Jungen zur Welt. Viele Menschen sind bei schönem Wetter mit ihren Hunden in Feld und Wald unterwegs. Doch nicht alle Hundebesitzerinnen und -besitzer halten sich an die Regeln, heißt es aus der Abteilung Klima- und Umweltschutz der Stadt Mörfelden-Walldorf. „So verlockend der Freilauf ist – gerade jetzt gilt: Hunde müssen im Wald und im Naturschutzgebiet angeleint bleiben“, betont Bürgermeister Karsten Groß.

Der Grund dafür ist einfach: Für Wildtiere bedeuten freilaufende Hunde immensen Stress. Vögel. Rehe, Hasen oder bodenbrütende Vögel können nicht unterscheiden, ob ein Hund nur spielen will oder jagt. Manche Hunde folgen zudem ihrem natürlichen Jagdtrieb. Die traurige Folge: Jedes Jahr werden Rehkitze, kleine Häschen oder Küken gerissen. Deshalb gilt die Leinenpflicht auch auf den Gundwiesen (Landschaftsschutzgebiet) sowie im Bannwald in Richtung Flughafen (rechts und links der Okriftler Straße).

Gemäß der Schutzgebietsverordnung gelten klare Regeln:

  • Im Naturschutzgebiet Mönchbruch: ganzjährige Leinenpflicht.
  • In den Landschaftsschutzgebieten: Leinenpflicht vom 15. März bis 15. Juli.


Was die Brut- und Setzzeit bedeutet

Die Brut- und Setzzeit ist die Zeit, in der wildlebende Tiere Nachwuchs bekommen, pflegen und großziehen. Bei Vögeln umfasst sie Nestbau, Brüten und die Aufzucht der Jungvögel. Die Leinenpflicht dient dem Schutz trächtiger Tiere, ihrer ungeborenen Jungen und des Nachwuchses.

Weil der Lebensraum vieler Wildtiere schrumpft, sind Hasen, Rehe und Bodenbrüter darauf angewiesen, ihren Nachwuchs ungestört aufziehen zu können. Nur dann bleiben Artenvielfalt und das empfindliche ökologische Gleichgewicht erhalten.

Wenn der Jagdtrieb durchgeht

Selbst gut erzogene Hunde reagieren im Frühling nicht immer vorhersehbar. „Die Hormone spielen schnell verrückt, das Verhalten kann sich anders ändern. Damit unsere Hunde keine Gefahr für Wildtiere werden, gilt die Leinenpflicht“, informiert die Abteilung Klima- und Umweltschutz aus Mörfelden-Walldorf.

Jungtiere und Bodenbrüter besonders gefährdet

Es gibt keine Garantie, dass ein Hund nicht doch plötzlich auftauchende Hasen oder Rehe verfolgt. Häufig haben sie so große Angst, dass der Fluchtinstinkt aussetzt und sie in Schockstarre verfallen. In der Brut- und Setzzeit sind sowohl Jungtiere als auch Elterntiere besonders gefährdet. Dabei muss es gar nicht einmal zu direktem Kontakt kommen: Wildtiere sind sehr scheu, oft reicht die bloße Nähe eines Hundes zum Nest. Bodenbrüter verlassen bei Gefahr fluchtartig ihr Gelege – die Eier kühlen ab, Küken sterben vor dem Schlupf oder fallen Nesträubern zum Opfer.

Die Abteilung Klima- und Umweltschutz bittet alle Hundebesitzerinnen und -besitzer, in diesen sensiblen Wochen besonders rücksichtsvoll zu sein und ihre Hunde konsequent anzuleinen – zum Schutz der Wildtiere und ihrer Jungen.