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Wärmeplanung für Mörfelden-Walldorf
Die kommunale Wärmeplanung für Mörfelden-Walldorf ist abgeschlossen und zeigt auf, wie eine lokale Wärmewende gelingen kann. Ein Ergebnis der umfangreichen Untersuchung und Ausarbeitung ist, dass sich der lokale Wärmebedarf grundsätzlich durch erneuerbare Energien abdecken lässt. Damit dies langfristig gelingen kann, haben Magistrat und Stadtverordnetenversammlung elf Maßnahmen beschlossen.
„Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat sich schon sehr früh mit dem Thema kommunale Wärmeplanung befasst und ist damit ein Vorreiter im Landkreis. Jetzt liegt ein Fahrplan vor, wie die Wärmeversorgung schrittweise treibhausgasneutral werden kann“, sagt Bürgermeister Karsten Groß.
Dafür sollen in im nächsten Schritt die beschlossenen elf Maßnahmen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden. Dazu zählt etwa ein Konzept, dass für das Mörfelder Stadtzentrum rund um den Dalles und das Rathaus aufzeigen soll, wie eine Wärmeversorgung mit alternativen Energieträgern dort aussehen könnte.

Das von der Wärmeplanung entworfene Szenario reicht bis zum Jahr 2040. Und das erklärte Ziel ist es, den Wärmebedarf in Mörfelden-Walldorf bis dahin nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. In dicht bebauten Quartieren könnten künftig effiziente Wärmenetze die Versorgung übernehmen. In Ein- und Zweifamilienhausgebieten dominieren laut der Wärmeplanung individuelle Lösungen, z. B. mit Wärmepumpen in Kombination mit verbesserter Gebäudedämmung. Städtische Gebäude sollen weiterhin eine Vorbildrolle einnehmen.
Wichtig ist, dass die Kommune nicht der zentrale oder gar einzige Akteur ist, wenn es darum geht, die Wärmeversorgung in Mörfelden-Walldorf umzugestalten. Denn die Auswahl der Energieträger für die Wärme liegt zum Großteil in den Händen von Immobilienbesitzern. Deutlich macht dies eine umfassende Bestandsanalyse, die zeigt, dass der Wohnsektor ein Schlüssel für die Wärmewende ist. Denn rund 90 Prozent aller Gebäude sind Wohngebäude, sie verursachen etwa 75 Prozent des Wärmebedarfs und 73 Prozent der Treibhausgasemissionen.
Hinzu kommt, dass ein großer Teil des Gebäudebestands (etwa 60 Prozent) aus den Jahren 1949 bis 1978 stammt und ein besonders hohes Einsparpotenzial beim Energieverbrauch durch Sanierungen besteht. Die Analyse zeigt weiter: 43 Prozent aller Heizsysteme sind älter als 20 Jahre und bei knapp 16 Prozent ist die 30‑Jahre-Grenze überschritten. Der dominierende Energieträger in Mörfelden-Walldorf ist derzeit Erdgas (etwa 60 Prozent).
Wie lässt sich an der gegenwärtigen Situation und dem großen Verbrauch fossiler Energie etwas ändern? Die Wärmeplanung zeigt dafür ein Zukunftsbild auf, bei dem die Wärmeversorgung vermehrt über Nahwärmenetze abgedeckt wird, aber auch dezentrale, kleine Anlagen bleiben nötig. Insgesamt sieben Eignungsgebiete für solche Netze wurde ermittelt, die zusammen rund 1.200 Gebäude umfassen. Werden diese Netze realisiert, bedeutet dies eine mögliche Reduzierung von Treibhausgasen um 95 Prozent in diesen Gebieten. Hierfür müssten Netze geschaffen werden, die mit einem Mix aus Abwärme, Biomasse, Geothermie, Solarthermie und anderen Energieträgern versorgt werden. Außerhalb dieser Wärmenetzgebiete gilt weiterhin die Einzelversorgung der Wohngebäude, sinnvoller Weise mit erneuerbaren Energien. Wichtig ist – niemand wird gezwungen ein Gebäude an ein Wärmenetz anzuschließen – auch wenn eine Immobilie in einem Eignungsgebiet liegt.
Damit die Wärmewende gelingen kann, ist Maßnahmenpaket mit 18 Bausteinen ausgearbeitet worden, das Stadtparlament hat im ersten Beschluss elf dieser Bausteine zur Umsetzung zunächst bis 2030 bestätigt. So soll etwa die bewährte städtische Energie- und Förderberatung intensiviert werden. „Wir stehen schon jetzt immer gerne als Ansprechpartner bereit, wenn es darum geht, die persönliche Wärmewende anzugehen“, sagt der städtische Energiebeauftragte Andreas Fröb.
Zu den elf Bausteinen gehört auch die Fortführung der Dekarbonisierung aller städtischer Gebäude. Dies betrifft 68 Gebäude, deren Heizanlagen saniert und umgestellt werden, wofür bis 2035 rund 2,8 Millionen Euro vorgesehen sind. Beschlossen ist weiter, kommunale Gebäude nach Möglichkeit an bereits bestehende oder künftige Wärmenetze der Genossenschaft „BürgerEnergieRheinMain eG“ anzuschließen. Aber nicht nur kommunale Gebäude, auch größere und kleine Wohngebäude sowie Sportstätten der Vereine werden angeschlossen.
„Wir fangen bei der Umsetzung der Wärmewende nicht von Null an. Schon vor Beginn der Wärmeplanung haben wir das erste Wärmenetz in Walldorf realisiert und das zweite wird nun bis 2027 in Mörfelden gebaut“, sagt der städtische Energiebeauftragte Andreas Fröb. Geprüft werden soll auch, ob sich Abwärme aus Rechenzentren im Gewerbegebiet Mörfelden oder aus der Kläranlage zur Wärmeversorgung nutzen lässt. In den Fokus genommen wird auch das Stadtzentrum von Mörfelden, für das ein detailliertes Wärmekonzept erstellt werden soll.
„Die Wärmewende ist nur gemeinsam mit vielen lokalen Akteuren zu bewältigen. Wichtig ist, dass wir mit der lokalen Wärmewende langfristig Kosten- und Versorgungsrisiken reduzieren, die mit fossilen Energieträgern und steigenden CO₂-Preisen verbunden sind“, sagt Bürgermeister Karsten Groß abschließend.
Die kommunale Wärmeplanung wird am Donnerstag, 16. April, öffentlich vorgestellt. Präsentiert wird die Planung im Bürgerhaus Mörfelden und Beginn ist um 18 Uhr. Im Rahmen der Veranstaltung wird Carsten Herbert, bekannt als „Energiesparkommissar“ über den Einsatz von Wärmepumpen informieren.
Zum Hintergrund:
Die Wärmeplanung ist ein strategischer, nicht rechtlich bindender Plan. Sie zeigt auf, welche Formen der Wärmeversorgung sich wo eignen und welche Maßnahmen künftig Priorität haben. Rechtliche Vorgaben – etwa bei der Wahl des Heizsystems – entstehen daraus nicht direkt. Für Verwaltung, Energieversorger, Netzbetreiber, Unternehmen und private Gebäudeeigentümer bietet der Plan aber eine erhöhte Planungssicherheit.

