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Glasfaserausbau in Mörfelden-Walldorf


Für den Glasfaserausbau hatte sich Mörfelden-Walldorf einen Kooperationspartner gesucht und wollte das Thema engagiert angehen. Aber es kam weder zur Vorvermarktung noch zum eigentlichen Glasfaserausbau. Mittlerweile ist ein anderes Unternehmen auf die Stadt zugekommen, um den Ausbau voranzutreiben. In einem ausführlichen Sachstandsbericht informierte die Verwaltung bereits den Magistrat über die aktuelle Situation. Die Stadtverordnetenversammlung bekommt den Bericht im März vorgelegt.

Den Startschuss für den Glasfaserausbau gab es im Dezember 2023, als das Stadtparlament eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen GigaNetz beschloss. In intensiven Gesprächen zwischen Unternehmen und Verwaltung wurden Fragen zu Technikstandorten, Verlegetiefe, Vermarktung und Unterstützungsleistungen der Stadt geklärt. „Es ging hoffnungsvoll los, doch dann ist nicht mehr viel passiert“, sagt Bürgermeister Karsten Groß. Als Begründung wurden unternehmerische und strategische Entscheidungen sowie fehlendes Budget genannt. Für die Stadt bedeutete dies: Wichtige Zeit verstrich, ohne dass für die Bevölkerung konkrete Glasfaserangebote entstanden.

Mit GlasfaserPlus, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des IFM Global Infrastructure Fund, engagierte sich dann 2025 ein anderes Unternehmen in Mörfelden-Walldorf. Nach dem Telekommunikationsgesetz können Anbieter im Markt grundsätzlich Leitungen in öffentlichen Wegen verlegen, wenn sie entsprechende Anträge stellen. Kommunen prüfen diese dann, können sie aber nicht willkürlich untersagen. „Wir können nicht verhindern, dass mehrere Unternehmen in Sachen Glasfaserausbau in Mörfelden-Walldorf aktiv sind. Aktuell sind wir froh, dass GlasfaserPlus bei uns den Netzausbau aktiv angeht – Produkte in diesem Netz kommen von der Deutschen Telekom“, so der Bürgermeister.

Anfänglich konzentrierte sich GlasfaserPlus für beide Stadtteile nur auf Gebiete westlich der Bahn. Als Reaktion stellte die Deutsche GigaNetz zunächst ihre Planungen für die westlichen Bereiche ein. Ende 2025 gab die Deutsche GigaNetz bekannt, sämtliche Planungen für Mörfelden-Walldorf aufzugeben und auf Vermarktungsaktivitäten für 2026 zu verzichten. „Damit war klar, dass der vorgesehene Ausbau durch diesen Partner nicht stattfindet“, sagt der Bürgermeister.

Daraufhin wandte sich GlasfaserPlus erneut an die Stadtverwaltung und erklärte, nun das gesamte Stadtgebiet – auch die östlich der Bahn gelegenen Wohngebiete – flächendeckend auszubauen. Um eine digitale Zweiklassengesellschaft zu vermeiden und allen Einwohnerinnen und Einwohnern die gleichen Glasfasermöglichkeiten anzubieten, hat die Stadtverwaltung dieses Angebot angenommen. Eine Absichtserklärung, die gemeinsame Regeln und technische Standards festlegt, wird aktuell vorbereitet. Dies schafft klare Abläufe und ermöglicht transparente Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit. Die fiktive Vereinbarung mit der Deutschen GigaNetz bleibt zwar bestehen, ruht aber faktisch durch den erklärten Rückzug des Unternehmens – ein „Überbau“ findet nicht statt.

„GlasfaserPlus hat bereits Ausbauanträge für die westlich der Bahn gelegenen Teile von Mörfelden und Walldorf gestellt“, sagt der Bürgermeister. In Mörfelden laufen die ersten Tiefbaumaßnahmen und im Laufe des Jahres soll der Ausbau auf die östlichen Gebiete ausgeweitet und dort vorangetrieben werden. GlasfaserPlus baut und unterhält die Infrastruktur, die Deutsche Telekom wird das Netz nutzen und ist daher Ansprechpartner für die Produkte. Obwohl formal keine Vorvermarktung vorgesehen ist, hat die Deutsche Telekom bereits mit Informations- und Vertriebsaktivitäten in Mörfelden-Walldorf begonnen.

Für die vollständige Umsetzung im gesamten Stadtgebiet rechnet GlasfaserPlus mit einem Zeitraum von rund zwei Jahren. Die Stadtverwaltung begleitet diesen Prozess nun eng und informiert fortlaufend über Baufortschritte, Ausbaugebiete und Anschlussmöglichkeiten. „Das Ziel bleibt ganz klar, allen Haushalten in Mörfelden-Walldorf eine leistungsfähige digitale Infrastruktur bereitzustellen und die Zukunftsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu stärken“, betont Karsten Groß abschließend.

Hintergrund:
Bisher hat Mörfelden-Walldorf den Glasfaserausbau im Rahmen der Gigabitregion vorangetrieben. Die Deutsche GigaNetz ist offizieller Partner der Gigabitregion, während GlasfaserPlus dem Zusammenschluss nicht angehört, die Deutsche Telekom allerdings schon. In der Gigabitregion haben sich hessische Kommunen und Landkreise zusammengetan, die den Glasfaserausbau organisieren und beschleunigen möchten. Gemeinsam wird der Ausbau mit einheitlichen Standards mit Telekommunikationsunternehmen organisiert, die Gigabitregion hilft den Kommunen bei Planung, Verträgen und Fördermitteln. Auch künftig wird Mörfelden-Walldorf Teil der Gigabitregion bleiben.