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Bildungsfahrt zum NS-Dokumentationszentrum

Rheinland-Pfalz / Gedenkstätte KZ-Osthofen

Zur Erinnerung an den Einmarsch der amerikanischen Truppen vor 67 Jahren in Mörfelden, hat die Stadt Mörfelden-Walldorf am Sonntag, 25. März 2012, durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung und auf Antrag der DKP/LL-Fraktion zu einer Bildungsfahrt eingeladen. Etwa 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Fahrt zur Gedenkstätte „KZ Osthofen“ teil.

Sehr bewegend, aufwühlend und informativ fanden die Bürgerinnen und Bürger aus der Doppelstadt die Rundführungen über das ehemalige Gelände der Papierfabrik. Zwei Gruppen von jeweils 35 Personen wurden von den Historikern Martina Ruppert Kelly und Marco Hörnig durch die Ausstellung geführt.

In den 15 Monaten seiner offiziellen Existenz (Eröffnung am 1. Mai 1933 bis zur Auflösung im Juli 1934) waren in dem Konzentrationslager Osthofen insgesamt etwa 3000 Menschen inhaftiert, davon waren soweit heute bekannt 23 Männer aus Mörfelden. Die Gefangenschaft dieser Männer zog sich von zwei Monaten bis zu einem halben Jahr hin. Laut den Aufzeichnungen waren es allesamt politische Gegner des damaligen Regimes. Im Gegensatz zu den bekannten Konzentrationslagern wie Dachau und Buchenwald war Osthofen „harmlos“ wobei Gewalt, Schikanen und Bloßstellungen an der Tagesordnung waren. In der ehemaligen Papierfabrik kam keiner zu Tode, aber die Umstände waren trotzdem katastrophal. Wobei in der offiziellen Version von einer „Erziehungs- und Besserungsanstalt Osthofen“ und nicht von einem KZ berichtet wurde.

Das KZ Osthofen war eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland. Durch die Anbindung an Bahn und Hauptverkehrsstraße zwischen Mainz und Worms sowie die politische Situation in Osthofen war der Standort für die Nazis optimal.



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